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OLYMPIA: Alle sind willkommen

Das Schweizer Haus im Skiresort Yongpyong soll zum Treffpunkt von Fans, Athleten, Medaillengewinnern und Einheimischen werden. Den Grossteil des Budgets von 3,6 Millionen Franken finanziert das Schweizer Aussendepartement EDA.
Andreas Eisenring, Pyeongchang
Direktor Manuel Salchli vor dem House of Switzerland. Am Mittwoch öffnet es seine Türen. (Bild: Andreas Eisenring)

Direktor Manuel Salchli vor dem House of Switzerland. Am Mittwoch öffnet es seine Türen. (Bild: Andreas Eisenring)

Andreas Eisenring, Pyeongchang

Hunderte koreanische Skifahrer und Snowboarder tummeln sich auf den kurzen, aber erstaunlich steilen Hängen. Und immer wieder sieht man Kinder mit Jacken, die mit «Swiss-Ski», beschriftet sind. Ein Sportartikelverkäufer löst das Rätsel auf: «Diese Jacken sind sehr beliebt bei uns, weil sie aus der Schweiz stammen und ihr gut Skifahren könnt.» Da will «Präsenz Schweiz» ansetzen. Das ist die Organisation, die im Auftrag des Bundes Schweizer Imagewerbung betreibt. Und deshalb wurde das Schweizer Haus an diesem Ort erstellt, wo vom Morgen bis in die Nacht die Pisten geöffnet sind. Eine Tageskarte kostet 70 Schweizer Franken. Und die Nimmermüden können sich für nochmals 35 Franken zwischen 23 Uhr und 2.30 Uhr vergnügen.

Das House of Switzerland (HOS) will nicht nur Schweizer, sondern auch möglichst viele Koreaner anlocken. Sie sollen sich wohlfühlen, Informationen sammeln, Schweizer Kost essen, am Eishockey-Torwandschiessen teilnehmen – und im Idealfall irgendwann das Land besuchen. Das HOS öffnet die Türen zwar erst am Mittwoch. Dennoch geht es schon hoch zu und her: Die 37 Mitarbeitenden, welche das Haus führen, sind entweder Schweizer mit koreanischem Bezug oder umgekehrt. Auch die SRG hat sich in diesen Holzbau, der schon in Rio de Janeiro dem gleichen Zweck diente, eingemietet: für die Live-Moderationen in die drei Sprachregionen.

Ursprünglich organisierte Swiss Olympic diesen Treffpunkt jeweils selber. In viel kleinerem Rahmen, einfach, um den Schweizer Athleten eine Begegnungsstätte ausserhalb der olympischen Zonen zu ermöglichen. Dann hat man aber gemerkt, dass ein Ausbau grosses Potenzial haben könnte, und seit 2004 ist Präsenz Schweiz federführend.

Kann der Erfolg gemessen werden?

Von den Kosten von 3,6 Millionen Franken berappt das Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA zwei Drittel. Ein Drittel muss durch eigene Aktivitäten und Sponsoring abgedeckt werden. Kann festgestellt werden, ob sich diese grossen Investitionen touristisch rechnen? «Wir machen systematische Besucherbefragungen und werten diese zuhanden des Bundesrates aus», sagt Manuel Salch­li, der Direktor des Schweizer Hauses. «Aber ob das dann irgendwann zu einer Buchung in der Schweiz führt, können wir so nicht sagen.» Das Schweizer Konzept beruht auf dem Prinzip der offenen Türen. «Wir fahren gut damit und haben gemerkt, dass wir dadurch immer wieder sehr viele Fans anderer Nationen bei uns haben», sagt Salchli. Es gibt sogar Leute, die sich als wichtigstes Olympiaziel setzen, jedem der Nationenhäuser einen Besuch abzustatten. Doch nicht überall werden sie willkommen sein. Deutschland und die USA beispielsweise gewähren nur Akkreditierten und VIP-Gästen Zutritt. Die Österreicher praktizieren eine Mischform: Für den gemeinen Fan steht eine Schneeterrasse ausserhalb des Gebäudes zur Verfügung, Einlass bekommen aber nur Akkreditierte.

Dennoch setzt sich das Schweizer Konzept der offenen Türen immer mehr durch. Salchli: «Die anderen sehen, dass das Schweizer Haus immer sehr gut besucht wird, dass unser Konzept, zum Beispiel mit Schweizer Essspezialitäten, erfolgreich ist.»

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