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Springreiter Roland Grimm ist 58-jährig und gehört wieder zu den Besten – auch dank Pferd Captain

Der Springreiter Roland Grimm aus Niederbüren gehört wieder dem Elitekader an.
Peter Wyrsch
Ein starkes Team: Roland Grimm mit Captain.Bild: Valeria Streun/Freshfocus (Humlikon, 31. August 2019)

Ein starkes Team: Roland Grimm mit Captain.Bild: Valeria Streun/Freshfocus (Humlikon, 31. August 2019)

Der Reitsport ist eine der wenigen internationalen Sportarten, in denen sich oft drei Generationen sowie Frauen und Männer in den gleichen Springen auf höchster Stufe messen. Das ist auch in der Schweiz so. Wenn die Leistung vorliegt, ist das Alter sekundär.

Es erstaunt deshalb nicht, dass der 58-jährige Roland Grimm aus Niederbüren wieder ins 24-köpfige Schweizer Elitekader für das Olympiajahr 2020 berufen wurde – trotz seines fortgeschrittenen Alters.

Roland Grimm hat sich die Wiederaufnahme nach 2013 verdient. Der gelernte Hufschmied, der seit Jahren mit seiner Lebensgefährtin, der Dressurreiterin Patricia Sarasin, den Reitbetrieb Gestmatt in Niederbüren führt, hat seine Wiederberücksichtigung der Empfehlung seines Pferdes Captain zu verdanken. Der neunjährige, grossrahmige Hannoveraner-Wallach trug ihn dieses Jahr sowohl an den Schweizer Elitemeisterschaften in Humlikon als auch im Schweizer Cupfinal, der erstmals während des CSIO St.Gallen ausgetragen wurde, auf den dritten Rang.

«Captain ist eigentlich unverkäuflich»

«Der Aufstieg mit dem erst neunjährigen Pferd in die nationale Elite gelang», freut sich Roland Grimm. «In unserem ersten GP-Jahr waren wir national bei jedem Start platziert.» In Galgenen liess sich der Reiter sogar als Sieger feiern, in den SM-Qualifikationsturnieren in Amriswil, Uster, Maienfeld und Chalet-à-Gobet ritt er ebenfalls ins Preisgeld und liess Gegner hinter sich, deren Grossvater er sein könnte.

«Ich habe Captain vor drei Jahren von Beat Röthlisberger erworben und konnte mich mit ihm kontinuierlich und ohne Druck weiterentwickeln.» Und weiter:

«Captain ist ein fantastisches Pferd mit allen Möglichkeiten. Zwar sind wir beide nicht die schnellsten, aber wir kämpfen und können uns stets steigern.»

Der Aufstieg von Captain blieb bei der nationalen Konkurrenz und selbst über die Landesgrenzen hinaus nicht unbeachtet. Einige Angebote sollen schon eingetroffen sein. Roland Grimm und Co-Besitzerin Patricia Sarasin aus der Basler Privatbank-Dynastie blieben bisweilen aber hart. «Captain ist eigentlich unverkäuflich», sagt Roland Grimm. «Es müsste schon ein hübsches Sümmchen vorliegen, sollten wir schwach werden. Denn Captain ist mir ans Herz gewachsen.»

Springreiter im oder über dem Pensionsalter sind im Springreit-Spitzensport keine Seltenheit. Das hat wohl damit zu tun, dass Reiten ein Sport ist, der im Sitzen ausgeübt wird, Erfahrung viel wert ist und das Pferd ohnehin bis zu zwei Drittel der Klasse eines Paares ausmacht.

Rekorde für Pessoa und Simon

Es gibt einige Beispiele von erfolgreichen Reitern in fortgeschrittenem Alter: Der unverwüstliche Paul Weier aus Elgg klassierte sich in internationalen Parcours noch mit 66 Jahren und ist heute noch mit bald 85 Jahren als Parcoursbauer und Chef-Steward in Asien aktiv.

Der fünffache Schweizer Meister Walter Gabathuler figurierte vergangene Saison noch im Schweizer Elitekader und wurde nun mangels Beritt und eben pensioniert zurückgestuft. International stellten der Brasilianer Nelson Pessoa, der Vater von Olympiasieger Rodrigo Pessoa, und der dreifache österreichische Weltcupsieger Hugo Simon Rekordwerte um Rekordwerte in hohem Alter auf.

Der 83-jährige Pessoa, der in der Nähe von Brüssel lebende «Grandseigneur» des Springsports, ritt bis 65, war fünfmal Teilnehmer an Olympischen Spielen, neunmal an Weltmeisterschaften, gewann siebenmal das Hamburger Derby und zweimal den GP von Aachen, das Wimbledon im Reitsports.

Der in Tschechien geborene Hugo Simon war 30 Jahre lang Weltspitze und wurde mit 73 Jahren in Wien Neustadt an einem Zweisterne-Turnier ältester GP-Sieger. Mit 74 Jahren zog sich der Besitzer eines Turnier- und Handelsstalles und zeitweiliger Immobilienhändler aus dem Turniersport zurück.

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