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Oliver Kahn ist 50 – und bald Bayern-Boss?

Titan, Kultfigur – und wohl bald Vorstandsboss von Bayern München. Gestern feierte Oliver Kahn seinen 50. Geburtstag, und in naher Zukunft soll der Ex-Torhüter grosse Verantwortung tragen.
Ruben Stark (SID)
«Der FC Bayern ist ein ganz, ganz grosser Teil meines Lebens gewesen»: Ex-Torhüter Oliver Kahn feierte kürzlich seinen 50. Geburtstag. (Bild: Sebastian Widmann/Witters/freshfocus)

«Der FC Bayern ist ein ganz, ganz grosser Teil meines Lebens gewesen»: Ex-Torhüter Oliver Kahn feierte kürzlich seinen 50. Geburtstag. (Bild: Sebastian Widmann/Witters/freshfocus)

50 ist die Jugend des Alters, heisst es. Insofern kommt Oliver Kahn der Vorstandsjob bei Bayern München gerade recht. Während der tatendurstige Torwart-Titan gestern das halbe Jahrhundert erreicht hat, wartet Fussball-Deutschland eigentlich nur noch auf die Bestätigung seiner Rückkehr zum Rekordmeister. Kahn als forscher Architekt, seriöser Verwalter und jung-kreativer Gestalter des Hoeness-Rummenigge-Erbes an der Säbener Strasse – es fehlt lediglich der Vollzug.

«Es ist kein Geheimnis, dass wir in einem sehr, sehr engen Austausch sind. Die Gespräche sind sehr weit entwickelt», sagte Kahn, der seinen Geburtstag «wie immer privat» feierte, und betonte, dass er den Bayern gegenüber eine Menge Dankbarkeit empfindet:

«Der FC Bayern ist ein ganz, ganz grosser Teil meines Lebens gewesen. Da hat man schon eine gewisse Verpflichtung.»

Das «Mia-san-mia» im Blut

14 Jahre spielte der dreimalige Welttorhüter für die Münchner und prägte den FC Bayern in ähnlicher Weise, wie dieser ihn geprägt hat. Kahn war Teil der grossen Ära unter Trainer Ottmar Hitzfeld, seine Bayern-Karriere umranden acht Meisterschaften, der Champions-League-Titel 2001, der Weltpokaltriumph, sechsmal der DFB-Pokalsieg.

Präsident Uli Hoeness sieht im gebürtigen Karlsruher das Idealbild einer kommenden Führungsfigur. Kahn hat das «Mia-san-mia» im Blut, er verkörpert den Erfolgshunger und auch den hohen Anspruch, der beim 29-maligen deutschen Titelträger zur Überzeugung gehört. «Oliver hat sich enorm entwickelt, eine innere Ruhe gefunden und ist seinen Weg gegangen», sagte Hoeness dieser Tage dem Klubmagazin «51», «ausbalancierter» als früher sei Kahn geworden.

Auch diese Eigenschaft befähigt ihn für die bevorstehende Aufgabe, denn die bei Kahn früher so legendäre Impulsivität ist in einer solchen Position unangebracht. Die Bilder seines Kung-Fu-Anflugs in Dortmund in Richtung Stephane Chapuisat oder seiner angetäuschten Beissattacke gegen Heiko Herrlich sind ebenso unvergessen wie das «Wir-brauchen-Eier»-Interview nach einer Bayern-Pleite bei Schalke 04.

Er musste erst mal raus aus dem Tunnel

Als Vorstand aber des mitgliederstärksten Vereins der Welt braucht es Besonnenheit und Weitsicht. Kahn, der jüngst noch einen Businesskurs an der Harvard-Universität erfolgreich absolvierte, ist auch in den Augen von Karl-Heinz Rummenigge in der Lage, den FC Bayern in eine neue Epoche zu führen. «Ich glaube, dass er ein guter Nachfolger sein wird und dass er nach seiner Eingewöhnungsphase das Schiff Bayern München erfolgreich als Kapitän steuern kann», sagte Rummenigge, der am Ende seines Vertrages (Dezember 2021) aufhören wird, der «Sport Bild».

Bis dahin soll Kahn in einer Kennenlernphase ab 2020 herangeführt werden. Kahn:

«Das ist keine Position, die man von heute auf morgen einfach bekleiden kann, sagen kann: ‹Servus, hier bin ich, wo ist mein Schreibtisch – und jetzt fange ich an!› Es ist sinnvoll, dass man in so eine Position Stück für Stück reinwächst.»

Schon 2004, berichtete Hoeness, habe es das Gedankenspiel gegeben, Kahn könne gleich nach seinem Karriereende Bayern-Manager werden. «Aber damals war er noch zu sehr im Tunnel. Kahn musste erst einmal raus», sagte Hoeness. Jetzt scheint genug Zeit vergangen zu sein. Kahn ist bald wieder drin – wenn nichts mehr schiefgeht.

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