Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

OL: Erster Titel als Jung-Vater

Nach der Niederlage im Sprint deklassiert Titelverteidiger Daniel Hubmann die Konkurrenz an der Europameisterschaft in Jesenik mit einem nahezu perfekten Lauf über die Langdistanz und gewinnt zum viertenmal Gold.
Urs Huwyler
Der Eschliker Orientierungsläufer Daniel Hubmann läuft in Richtung EM-Titelgewinn. (Bild: EQ Images/Rolf Gemperle)

Der Eschliker Orientierungsläufer Daniel Hubmann läuft in Richtung EM-Titelgewinn. (Bild: EQ Images/Rolf Gemperle)

OL. Bei einem 33jährigen, überdurchschnittlich erfolgreichen OL-Läufer weicht die bewährte Planung im zehnten Profijahr kaum mehr von früheren Saisonvorbereitungen ab. Routinier Daniel Hubmann durfte als sechsfacher Weltmeister also beruhigt zur EM ins tschechische Jesenik reisen. «Ich habe vor allem viel Ausdauer trainiert. Die Leistung auf der Langdistanz deckt sich deshalb mit den Erwartungen», zeigte sich der weltweit stärkste Allrounder mit seinem souveränen Auftritt zufrieden. «Es war ein nahezu perfekter Lauf. Am zweiten Posten verlor ich etwa 20 Sekunden, doch sonst blieb ich weitgehend fehlerlos.»

82 Sekunden schneller legte der sechsfache Welt- und vierfache Europameister die 16 topographisch anspruchsvollen Kilometer in der Königsdisziplin zurück als der Norweger Magne Daehli. Was im internationalen Feld (Läufer aus neun Nationen unter den Top 13) einem Klassenunterschied gleichkam. Aus der OL-Nation Schweiz schaffte es sonst, auch bei den Frauen, niemand aufs Podest. «Auf der Langdistanz kann ein Fehler läuferisch korrigiert werden. Im Sprint ist dies kaum möglich. Schon an der vergangenen WM und jetzt an der EM habe ich die Rennen zu Beginn der Titelkämpfe verhaut.»

Wie eine Niederlage

Rang fünf mit 26 Sekunden Rückstand kam Daniel Hubmann keinem ehrenvollen Resultat, sondern einer Niederlage gleich. Und wie an der WM wusste er eindrücklich zu reagieren. «Der Sprint hat mich zwar im ersten Moment geärgert, aber nicht weiter belastet», betont der Eschliker mit Wohnsitz im bernischen Herrenschwanden.

Gemessen an den bisherigen Erfolgen wird der EM-Titel 2016 statistisch keine besondere Bedeutung erhalten. «Für mich war er jedoch wichtig, weil sich seit der Geburt von Tochter Lina im Alltag doch einiges verändert hat», erzählt der sechsfache Weltcup-Gesamtsieger. So sind es während der Vorbereitungsphase weniger Intervall-Einheiten auf der Bahn geworden. «Konnte ich nicht durchschlafen, habe ich das Spezialtraining vielleicht auf den Tag danach verschoben. Das gab es zuvor kaum. Wären die Erfolge dauerhaft ausgeblieben, hätte es im Kopf möglicherweise zu denken begonnen.» Nun wissen die Hubmanns, dass ihr Familien-Modell mit der Teilzeitarbeit von Frau/Mutter Annette goldig funktioniert.

Der nächste Karriereschritt

Der erste internationale Titel als Jung-Vater kommt deshalb dem nächsten Karriereschritt gleich, obwohl der Höhepunkt mit der WM im OL-verrückten Schweden erst ab dem 20. August folgt. «Was ich habe, habe ich. Mit dem EM-Titel kann ich die weitere Saison ruhig angehen und weiss im Hinblick auf das Mitteldistanz-Rennen, dass die Form stimmt. Das hügelige Gelände mit schnellen Waldpassagen liegt mir eigentlich», sieht Daniel Hubmann der heutigen Qualifikation und dem Final am Freitag zuversichtlich entgegen.

Die Mitteldistanz bestreitet auch der sechs Jahre jüngere Bruder Martin, der mit der Sprint-Staffel die Bronzemedaille gewonnen hatte. An der Schweizer Meisterschaft feierten die Hubmänner einen Doppelsieg.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.