Ohne Druck an Weltmeisterschaft

Gewehrschützin Ladina Feuz aus Mauren startet an der Weltmeisterschaft im spanischen Granada bei den Juniorinnen über 50 m. Sie verfolgt eine andere Zielsetzung als Heidi Diethelm aus Märstetten.

Urs Huwyler
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Juniorin Ladina Feuz startet an der WM in Granada erstmals bei einem offiziellen internationalen Titelkampf. (Bild: Urs Huwyler)

Juniorin Ladina Feuz startet an der WM in Granada erstmals bei einem offiziellen internationalen Titelkampf. (Bild: Urs Huwyler)

SCHIESSEN. Doppeleuropameisterin Heidi Diethelm (Märstetten) und Ladina Feuz (Mauren) gehören in Granada gemeinsam der Schweizer Schiesssport-WM-Delegation an. Die 45jährige Heidi Diethelm als erfahrene Pistolenschützin ist Teamleaderin. Ihre 1996 geborene Kollegin möchte nun nach dem Einsatz im Jugend-Vorprogramm der Luftgewehr-EM in Moskau (41.) weitere Erfahrungen sammeln.

Mitfavoritin Heidi Diethelm verpasste mit der Sportpistole über 25 m als Zwölfte den Final und damit die erste Chance auf einen Olympia-Quotenplatz wegen der tieferen Anzahl Innenzehner um zwei Punkte. Nach den Trainingsdiskussionen im Verband – der Nationalcoach verzichtete wenige Tage vor der WM auf die Reise nach Granada – und der Unruhe während der Vorbereitung verlief ihr Wettkampf nicht optimal.

Mit der Luftpistole (10 m) bietet sich der einzigen Schweizer Weltklasseschützin heute Freitag in der Zweitdisziplin eine weitere Möglichkeit, unter die Top 8 (Final) vorzustossen. Wobei die Chance nach eigener Einschätzung kleiner sein dürfte als mit der Sportpistole.

Wenige hätten auf Feuz gesetzt

Für Ladina Feuz beginnt die WM am Montag mit dem nicht olympischen Kleinkaliber-Liegendmatch (50 m). Der zweite Einsatz folgt drei Tage später mit 20 Schüssen kniend, liegend und stehend. «Ich freue mich riesig und bin glücklich, die Schweiz an der WM vertreten zu dürfen», schwärmt die Aufsteigerin des Jahres. Anfangs Saison hätten nur wenige eine Patrone auf die keinem nationalen Kader angehörende Thurgauerin gesetzt.

Die Leistungssteigerung während der letzten Monate gab den Ausschlag, dass Ladina Feuz dank des positiven Trainerurteils für Granada selektioniert wurde. «Ich trainiere das zweite Jahr im Schiesssportzentrum Teufen unter der Leitung von Oriana Scheuss», nennt die für die Schützengesellschaft Mauren-Berg (10 m/300 m) und Stadtschützen St. Gallen (50 m) aktive Juniorin als Hauptgrund für die jüngsten Erfolge.

Frei für Training und Wettkampf

Neben Oriana Scheuss (Gossau), Olympiateilnehmerin von Sydney 2000, darf sich die Landi Säntis AG in Teufen ein Stück des WM-Kuchens abschneiden. «Ich werde immer unterstützt und erhalte für Wettkämpfe und Trainings frei. Sonst wäre es mit den vielen Absenzen kaum möglich, Leistungssport zu betreiben», betont Detailhandelsfachfrau Ladina Feuz. Zuletzt weilte sie eine Woche in Bordeaux im Trainingslager, dann zwei Tage in Schwadernau an der WM-Vorbereitung und fehlt nun bis am 20. September wegen der WM.

Trotz des perfekten Umfelds wird die Debütantin im heissen Spanien ins kalte Wasser geworfen. An einer WM erstmals wirklich internationale Luft schnuppern zu dürfen, birgt auch die Gefahr von belastenden negativen Erfahrungen. «Dies ist uns bewusst. Ladinas Einsatz erfolgt nicht primär erfolgsbezogen, sondern zukunftsorientiert. Sie soll erleben, wie es an einem solchen Grossanlass zu und her geht», sagt Oriana Scheuss. Bei Heidi Diethelm ist es genau umgekehrt. Sie steht auch heute erfolgsbezogen unter Druck.

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