Ohne Druck an die Premiere

Mit einem Monat Verspätung fahren die Eistänzer Florian Roost und Ramona Elsener an ihre erste WM bei den Eliteläufern. Anstelle von Tokio trägt Moskau die Titelkämpfe aus.

Nicole D'orazio
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An der Elite-WM gilt für Ramona Elsener und Florian Roost, nochmals alles aus sich herauszuholen. (Archivbild: ky/Peter Klaunzer)

An der Elite-WM gilt für Ramona Elsener und Florian Roost, nochmals alles aus sich herauszuholen. (Archivbild: ky/Peter Klaunzer)

eiskunstlauf. Eigentlich wäre für Florian Roost und Ramona Elsener die Saison beendet und die beiden würden die trainingsfreie Zeit geniessen. Die erste Eliteweltmeisterschaft in Tokio hätte Ende März den krönenden Saisonabschluss des besten Schweizer Eistanzpaares bilden sollen. Doch wegen der Naturkatastrophe in Japan wurden die Titelkämpfe abgesagt. Lange war nicht klar, ob ein anderer Ort als Ersatz einspringt. Schliesslich hat Moskau die Austragung übernommen. Am Samstag hat die Eiskunstlauf-WM begonnen und dauert bis am 1. Mai. Elsener/Roost sind am Samstag zusammen mit den anderen Schweizer Teilnehmern Bettina Heim und Mikael Redin, nach Russland geflogen.

Das Training angepasst

«Die Saison zu verlängern, stellte für uns nicht so ein grosses Problem dar», sagt Florian Roost. «Natürlich spüren wir mittlerweile die hohe Belastung.» Komisch sei vor allem die Zeit der Ungewissheit gewesen. Er und Ramona hätten das Training reduziert und teilweise Elemente für die neuen Programme geprobt, erzählt der 21jährige Frauenfelder. «Als klar war, dass es weitergeht, haben wir uns sofort wieder auf Wettkampf eingestellt.» Nicht an die WM zu fahren, sei für sie nie in Frage gekommen. «Denn wir haben uns die Qualifikation hart erarbeitet.»

Der Thurgauer und seine Partnerin aus Niederglatt hatten einfach das Problem, dass es an ihren üblichen Trainingsorten Frauenfeld, Bülach und Küsnacht im April kein Eis mehr hat. «In Bäretswil gibt es aber das ganze Jahr über Eis, wir konnten dort trainieren», so der Frauenfelder. Nicht ideal sei gewesen, dass man sich die Halle mit vielen anderen Läufern hatte teilen müssen. «Aber Hauptsache, wir konnten üben.»

Kür des Lebens wäre nötig

Was sie an der WM erwartet, kann Roost nicht einschätzen. «Ich weiss nicht, ob einige Konkurrenten auf eine Teilnahme verzichten.» Sicher sei nur, dass es für ihn und Ramona extrem schwierig wird. Heute Dienstag bestreitet das Paar die Qualifikation. Die zehn Besten dürfen am Donnerstag mit den bereits selektionierten Eistänzern im Short Dance an den Start gehen. «Wir müssten die Kür unseres Lebens zeigen, um den Sprung unter die besten zehn zu schaffen», ist der Thurgauer realistisch. «Wir setzen uns deswegen aber nicht unter Druck und werden unser Bestes geben.» Schliesslich sei es für sie die Premiere auf diesem Niveau.

So oder so kann das Eistanz-Paar auf eine tolle Saison zurückblicken. Mit Rang 19 an der Heim-EM in Bern und dem 14. Platz an der Junioren-WM in Südkorea haben Elsener/Roost die Erwartungen übertroffen. «Es ist für uns wirklich genial gelaufen.»