Offensivtennis sieht rot

Die kleine Sportfrage

Philipp Wolf
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Welchem Typ von Tennisspieler kommt die Unterlage Sand entgegen?

Derzeit ist in Paris der Höhepunkt der Sandplatzsaison im Gange. Rote Asche ist unbestritten die langsamste Unterlage im Tenniszirkus. Spiele auf dieser Unterlage unterscheiden sich denn auch ziemlich stark von solchen auf schnelleren Belägen. So gilt beispielsweise die Taktik des Serve-and-Volley – das rasche Vorrücken ans Netz nach dem Aufschlag – auf Sand als nicht praktikabel. Folglich kommt die Unterlage Grundlinienspielern entgegen. Des Weiteren verlangsamt der Sand die Bälle stark, was starke Aufschläger ihres Vorteils beraubt und dazu führt, dass Gegner nicht «vom Platz geschossen» werden können. Dafür profitieren Spielertypen, die nicht allzu offensiv agieren. Defensivkünstler wie beispielsweise Rafael Nadal können auf Sand praktisch jeden Ball erlaufen.

Die Unterlage bringt gerade Nadal noch weitere Vorteile, da der Spanier mit sehr viel Top-Spin, sprich Vorwärtsdrall spielt. Bälle mit Top-Spin springen auf Sand viel höher ab als auf anderen Unterlagen. So ist der Ballabsprung Nadals auf roter Asche mit 163 Zentimetern fast doppelt so hoch wie auf Hartplatz. Durch die verstärkte Wirkung seiner Spielweise kann der neunfache Paris-Sieger seine Gegner auf Sand deshalb auch mit eher «langsamen» Schlägen unter Druck setzen.

Philipp Wolf

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.

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