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Raphaël Nuzzolo: «Wir können in Luzern punkten»

Der FC Luzern empfängt heute (19 Uhr) Aufsteiger Neuchâtel Xamax zum ersten Spiel der neuen Saison. Die Romands sind nach einer starken Aufstiegssaison und positiven Testspielen gegen grössere Vereine in einer euphorischen Stimmung.
Daniel Wyrsch
Raphaël Nuzzolo (links) und sein Trainer Michel Decastel während der Medienkonferenz vor dem Saisonstart. (Bild: Patrick Hürlimann/Keystone (Lignieres, 19. Juli 2018))

Raphaël Nuzzolo (links) und sein Trainer Michel Decastel während der Medienkonferenz vor dem Saisonstart. (Bild: Patrick Hürlimann/Keystone (Lignieres, 19. Juli 2018))

Raphaël Nuzzolo hatte grossen Anteil daran, dass Neuchâtel Xamax letzte Saison der Dominator der Challenge League war. 26 Tore und 10 Assists steuerte der inzwischen 35-jährige Mittelstürmer zum Wiederaufstieg des Schweizer Meisters von 1916, 1987 und 1988 bei. «Unsere Saison war grandios, besser geht gar nicht. Alles hat gepasst, das war überragend», schwärmt Nuzzolo. «Sechs Jahre nach dem Konkurs sind wir zurück in der Super League», freut er sich.

Neuchâtel Xamax, der einstige Vorzeigeverein des kürzlich verstorbenen Präsidenten Gilbert Facchinetti, war 2011 in die Hände von Bulat Tschagajew geraten. Der Tschetschene trieb den Traditionsverein durch ungetreue Geschäftsführung und Misswirtschaft Anfang 2012 in den Bankrott. Der Nachfolgeklub fusionierte mit dem FC Serrières und startete in der Saison 2012/13 in der fünftklassigen 2. Liga inter.

Selbstvertrauen in den Testspielen getankt

Raphaël Nuzzolo ist glücklich, hat er sein Versprechen einlösen können. Im zweiten Jahr zurück bei Xamax ist die Promotion ins Oberhaus gelungen. Die Euphorie haben die Neuenburger in die Sommerpause mitnehmen können. «Damit sich die Spieler mit weniger Erfahrung schneller an den Rhythmus eine Liga höher gewöhnen können, haben wir Testspiele gegen grössere Vereine bestritten», erzählt Nuzzolo. So gewann Xamax gegen Thun und Sporting Lissabon je 2:1, spielte gegen die Wolverhampton Wanderers und den PSV Eindhoven je 1:1 und verlor einzig gegen Meister YB (0:1). «Diese Testpartien haben gezeigt, dass wir mithalten können, wir haben uns selber überrascht und tankten dementsprechend Selbstvertrauen.»

In dieser Aufbruchstimmung startet Xamax heute in die Saison. «Wir nehmen gute Gefühle mit in die Super League», freut sich Nuzzolo auf den Start. Über den FC Luzern ist der Xamax-Führungsspieler bestens informiert. Von den gewichtigen FCL-Abgängen des Torhüters Jonas Omlin (zum FC Basel) und des Mittelfeldchefs Hekuran Kryeziu (zum FC Zürich) lässt er sich nicht beeindrucken. «Kryeziu hat am Schluss nicht mehr gespielt, Omlin war massgeblich beteiligt am Sprung der Luzerner von Platz 9 auf 3. Aber viele Änderungen hat es nicht gegeben», findet Nuzzolo. Der Trainerwechsel von Gerardo Seoane (neu YB) zu René Weiler ist für ihn kein Thema. So stellt der Neuenburger Goalgetter auch gleich klar: «Uns ist eigentlich egal, was bei Luzern passiert ist. Wir wollen in der Swisspor-Arena sowieso unser Spiel machen und punkten.»

Alpstaeg setzt Sparstrategie fort

Bekanntlich haben Erfolgstrainer Gerardo Seoane (zu YB), Goalie Jonas Omlin (zu Basel) und Mittelfeldchef Hekuran Kryeziu (zu Zürich) gewechselt. Luzern-Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg (73) glaubt trotzdem an eine erfolgreiche neue Saison: «Wir haben einen guten neuen Trainer und gute Spieler, welche die letzte Saison auf Platz 3 beendeten.» Und: «Mirko Salvi hat Jonas Omlin im Tor ersetzt. Omlin muss übrigens in Basel zuerst beweisen, ob er für diesen Schritt bereit ist.» Alpstaeg weiss, dass bisher nur auf der Goalieposition Zuzüge getätigt wurden. Zu René Weilers Forderung nach einem Stürmer und Aussenverteidiger sagt er, dass Remo Meyer dafür zuständig sei. «Der Sportchef muss im Rahmen unserer Möglichkeiten das Team zusammenstellen.» Das Budget werde weiterhin eingehalten. «Damit sind wir besser gefahren als zuvor, wir wurden Dritter. Andere behaupteten, man müsste dafür 15 Millionen Franken ins Team stecken.» (dw)

Der Saisonstart sei immer speziell – «uns kommt entgegen, dass wir zuerst auswärts antreten, dort ist der Druck etwas weniger gross als zu Hause». Den FC Luzern bezeichnet er als «gute Mannschaft». Gleichwohl spüre er die Chance, dass Xamax die Innerschweiz heute mit einem positiven Resultat verlassen könne. Der Glaube an einen erfolgreichen Saisonauftakt ist bei den Rotschwarzen aus der Romandie greifbar, Raphaël Nuzzolo ist überzeugt: «Wir können in Luzern punkten.» Mit Michel Decastel hat Xamax übrigens einen sehr erfahrenen Coach. Der 62-jährige Ex-Profi von Xamax, Servette und Strassburg hat in der Schweiz Sion, Yverdon und Delémont trainiert, er war im Ausland bei grösseren Vereinen in Tunesien, Marokko, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in der Elfenbeinküste tätig.

Cicek belebt den Angriff von Xamax zusätzlich

Der wichtigste Xamax-Zuzug ist jener von Tunahan Cicek (26). Der türkischstämmige Angreifer aus Arbon kam vom FC Schaffhausen mit einer fast so starken Bilanz aus der letzten Challenge-League-Saison wie Nuzzolo: Cicek schoss 21 Tore, gab 6 Assists.

Nuzzolo hat also neu einen gefährlichen Sturmpartner an seiner Seite. Der gebürtige Bieler, der sich nach 18 Jahren in Neuenburg wie ein Einheimischer fühlt, kann sich noch mehr auf seine Rolle konzentrieren. «Ich bin wie der grosse Bruder, der die jungen Spieler beruhigt, ihnen Selbstvertrauen einimpft, aber wenn es sein muss, auch mal direkte Kritik übt», sagt Ex-YB-Profi Nuzzolo, der 323 Super-League-Spiele mit 49 Toren auf dem Buckel hat.

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