Nur Rang sechs für Meier

Der 24jährigen Sarah Meier ist der Auftakt zur GP-Saison missglückt. Nach dem Kurzprogramm läuft es der Schweizer Eiskunstlaufmeisterin in Peking auch in der Kür nicht nach Wunsch.

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Alles Posieren nützt nichts: Sarah Meier unterlaufen in der Kür zu viele Fehler. (Bild: ap/Ng Han Guan)

Alles Posieren nützt nichts: Sarah Meier unterlaufen in der Kür zu viele Fehler. (Bild: ap/Ng Han Guan)

Eiskunstlauf. Meier konnte sich im zweiten Wettkampfteil lediglich um einen Platz verbessern. Nach der schlechtesten GP-Klassierung seit 2005 steht bereits jetzt fest, dass sich die Bülacherin nicht zum zweiten Mal nach 2006 für den GP-Final der besten sechs qualifizieren wird, womit sie ihr erstes Saisonziel verpasst hat – jede Läuferin startet nur an zwei Grands Prix.

«Nach dem Kurzprogramm dachte ich, dass ich es noch auf den vierten Platz schaffen kann und somit immer noch Chancen auf den GP-Final habe», sagte Meier. Dieser Wettkampf habe sie jedoch wachgerüttelt. Sie müsse mehr auf ihren Körper achten, sagte sie. Vor vier Wochen beim Saisonstart an der Finlandia Trophy, wo sie Dritte geworden war, hatte sie Rückenprobleme gehabt, diesmal bekam sie während der Kür Krämpfe an Gesäss und Bein. «Ich habe mir überlegt, ob ich überhaupt nach Peking kommen soll», sagte die 24jährige. «Das Training war jedoch in Ordnung, und bisher ist es immer irgendwie gegangen. Nun musste ich einsehen, dass ich nicht mehr so weitermachen kann.» Die Situation sei unbefriedigend. Sie fühle sich unsicher, sagte die Schweizerin.

Tiefe technische Wertung

Meier weiss zwar nicht, was die Ursachen der Schmerzen sind, vermutet allerdings, dass diese mit den Schlittschuhen zusammenhängen. Jedenfalls wird sie die Schlittschuhe nach der Rückkehr in die Schweiz wechseln. In den jetzigen rutscht sie stark. Dadurch konnte sie einerseits bei den Sprüngen, auch wegen der Krämpfe, nicht richtig abstossen. Anderseits knickte der Fuss bei den Landungen um. Es erstaunt darum nicht, dass ihr in der Kür viele Fehler unterliefen. Zweimal beim Dreifach-Lutz und beim Dreifach-Flip machte sie einen «Step Out», und den ersten Salchow sprang sie nur doppelt.

Durch diese Mängel fiel ihre technische Wertung (45,01) erneut sehr tief aus. Dass Meier als Siebte des Kurzprogramms bereits in der ersten Gruppe laufen musste, kostete sie auch in den Programmkomponenten für den künstlerischen Ausdruck einige Punkte. Für die Kür erhielt sie deshalb nur 94,21 Zähler. Mit dem Total von 142,31 schnitt sie um 10,66 Punkte schlechter ab als an der Finlandia Trophy.

Start in Moskau fraglich

Probleme mit Schlittschuhen sind bei Meier nichts Neues, da sie zahlreiche Überbeine hat. «Ich habe mich bereits damit abgefunden, dass die Schlittschuhe nie optimal sind», sagte die siebenfache Schweizer Meisterin. Wenn sie keine grossen Schmerzen habe, sei es okay. Sie wird nun während einiger Tage neue Schuhe oder ein altes Paar testen und dann entscheiden, ob sie am GP in Moskau vom 20. bis 23. November teilnimmt. Vor zwei Jahren hatte sie dort ihren bisher einzigen GP-Sieg gefeiert. Da ihr Hauptziel in dieser Saison die EM im Januar in Helsinki ist, wo sie nach zwei Silbermedaillen 2007 und 2008 erstmals Gold gewinnen will, wird sie nichts riskieren.

Siegerin in Peking wurde Kim Yu-Na. Die 18jährige Südkoreanerin, die bereits am Skate America triumphiert hatte, lief erneut in einer eigenen Kategorie. Mit 191,75 Punkten nahm sie der zweitplazierten Japanerin Miki Ando mehr als 20 Zähler ab. (si)

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