Nur fünf Minuten Hoffnung

Der FC Frauenfeld verliert in der 2. Liga interregional das Startspiel gegen Aufsteiger Schaan zu Hause mit 1:2. Trainer Ueli Heeb hofft auf eine Mannschaft mit «Herz und Leidenschaft».

Beni Bruggmann
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Trainer Ueli Heeb ist mit dem FC Frauenfeld der Meisterschaftsstart nicht geglückt. (Bild: Mario Gaccioli)

Trainer Ueli Heeb ist mit dem FC Frauenfeld der Meisterschaftsstart nicht geglückt. (Bild: Mario Gaccioli)

FUSSBALL. Eine Viertelstunde vor Spielschluss, seine Mannschaft ist mit 1:2 im Rückstand – Ueli Heeb kauert am Rand seiner Coachingzone und blickt besorgt auf das Spielfeld. Später setzt sich der Trainer des FC Frauenfeld auf die Spielerbank und macht sich Notizen zu seinen Beobachtungen. Dann steht er wieder auf und schickt einen Defensivspieler in die Offensive. Es nützt nichts. Der Einstand des neuen Trainers endet mit einer Niederlage.

Zuerst inexistent

«Die erste Halbzeit war schwach, wir waren inexistent», blickt Heeb zurück. Diese Schwäche nutzt Schaan in der 31. Minute zur Führung. Fabio D'Elia erläuft einen Steilpass von Nicola Kollmann und schiebt den Ball zum 0:1 ins Tor. Doch Frauenfelds Trainer findet auch einen positiven Ansatz: «Wir haben reagiert. Nach der Pause spielten wir relativ gut, doch mussten wir zu viel Aufwand betreiben, um zu einem Abschluss zu kommen.» Zwei dieser Abschlussgelegenheiten bieten sich Mitte der zweiten Hälfte: Zuerst trifft Dani Luis, der allein auf das Tor läuft, in der 63. Minute nur den Pfosten, nachher gelingt Marcel Brechbühl nach einer Freistossflanke von Alex Selmani in der 70 Minute der Ausgleich. Nun keimt Hoffnung auf.

Zwei Penalties in zwei Minuten

Die Hoffnung wird noch grösser, als Frauenfelds Torhüter Florian Wehrli nach 73 Spielminuten einen Penalty hält – getreten von Burak Eris. Nun ist eine Wende möglich. Aber zwei Minuten später foult der grosse Penalty-Held Wehrli den unglücklichen Penaltyschützen Eris im Strafraum. Samir Sganzerla macht es vom Elfmeterpunkt aus besser als sein Vorgänger und erzielt die erneute Führung für die Liechtensteiner. Damit schwindet die Frauenfelder Siegeshoffnung schon nach fünf Minuten wieder. Das Spiel ist entschieden.

Nach dem Schlusspfiff tröstet Heeb zuerst seine Spieler. «Die Niederlage tut weh», sagt er und findet Gründe: «Wir hatten in der Vorbereitung einfach zu viele Absenzen.» Im Gespräch nach dem Spiel spürt man, beim Trainer ist trotzdem Zuversicht da: «Ich werde eine Mannschaft formen, die mit Herz und Leidenschaft spielt.» Heeb hat Erfahrung. Zusammen mit Urs Bischofberger hat er in dieser 2. Liga interregional den SC Brühl und später in Alleinverantwortung den FC Bazenheid trainiert.

Nach einem Jahr Auszeit

Nun, nach einem Jahr Auszeit vom Trainerjob, ist er nach Frauenfeld zurückgekehrt. Hier hat der heute 47-Jährige einst bei den Junioren gespielt und seine ersten Einsätze in der ersten Mannschaft erlebt – in der 1. Liga. In der Thurgauer Kantonshauptstadt arbeitet er auf dem Kantonalen Landwirtschaftsamt als Sachbearbeiter im Bereich Melioration. Und hier in der Nähe, im thurgauischen Wetzikon, wohnt er. Heeb ist, wenn man so will, am Ziel.

Der FC Frauenfeld hat sein Ziel, den Sieg zum Meisterschaftsauftakt, verfehlt. Aber Frauenfeld will das Saisonziel – mindestens Rang fünf wie in der Vorsaison – erreichen. Das ist möglich. Aber nur mit deutlich mehr Leidenschaft als im Startspiel.