Nur einer ist «Jeff le chef»

Einwurf

Christian Brägger
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Der Fussball schreibt schöne Geschichten. Sie sind vor allem dann schön, wenn «Fussballzwerge» dazu die Schlagzeilen liefern. Wie am vergangenen Sonntag, als sich in Kaiserslautern das Fritz-Walter-Stadion im Spiel der 15. Runde der 2. Bundesliga in ein Tollhaus verwandelte. Um 13 Uhr empfingen die «roten Teufel» die Bielefelder, es war das Aufeinandertreffen zweier Traditionsclubs Deutschlands, die sich wieder einmal neu sortieren; die Lauterer, weil sie den Gang in die Drittklassigkeit mehr denn je befürchten, die Arminen, weil sie ebendiesem in der Vorsaison knapp entrannen. Doch eigentlich steckte in der Affiche Jeff gegen Jeff, Strasser gegen Saibene – und damit ein luxemburgischer Showdown vor 20 500 Zuschauern.

Das musste gefeiert werden. Gleich drei ganze Seiten widmete das «Luxemburger Tagblatt» in seiner Wochenendausgabe der Spielvorschau. Reihenweise karrten die Anhänger aus dem Grossherzogtum in Bussen in die Pfalz. Alle wollten dabei sein, wenn Fussballgeschichte geschrieben wird bei der ersten Begegnung zweier Trainer der Heimat ausserhalb der Landesgrenzen. Saibene, unter dem der FC St. Gallen einen letzten seiner raren Höhenflüge erlebt hatte, gewann die Partie verdient 2:0. Der jüngere Strasser musste also am eigenen Leib erfahren, was wir Ostschweizer im Grunde längst wissen, aber immer wieder gerne vergessen: Einen «Jeff le chef» gab’s und gibt’s nur einmal.