Nur ein Punkt in Chiasso - Der FC Wil enttäuscht im Tessin

Gegen das Schlusslicht der Challenge League kommt der FC Wil nur zu einem 1:1. Erst nach der Führung der Tessiner wachen die Ostschweizer auf. Zu mehr als einem Punkt reicht es aber nicht.

Gianluca Lombardi
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Es war ein kampfbetontes Spiel in Chiasso.

Es war ein kampfbetontes Spiel in Chiasso.

Bild: Gianluca Lombardi

Es war das erwartete Kampfspiel in Chiasso. Auf dem holprigen Rasen taten sich die Wiler von Beginn weg schwer. Die einheimische Mannschaft hatte deutlich mehr Spielanteile und wusste den Ball besser durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Sinnbildlich für die aktuelle Tabellenposition der Tessiner war dann aber auch die Anzahl an Tormöglichkeiten.

Die Chiassesi brachten es auf nur gerade einen Schuss aufs Tor. Doch die Wiler hatten nicht viel mehr zu bieten. Ganz im Gegenteil, die Äbtestädter trugen viel dazu bei, dass Chiasso hier die Oberhand hatte. Immer wieder ging der Ball zu schnell und zu leichtsinnig verloren. Auch die Ostschweizer brachten es nur auf eine überschaubare Zahl an Tormöglichkeiten. Die beste vergabe Samuel Ballet, als er nach 15 Sekunden allein vor dem Chiasso Tor stand, aber am Torhüter scheiterte.

Weil auch Robin Kamber seinen Schuss aus 18 Metern knapp daneben setzte, war das 0:0 die logische Folge einer äusserst durchwachsenen ersten Halbzeit. Bis hierhin war das kein Abend für die Geniesser von schönem und strukturiertem Fussball.

Weckruf nötig

Eine Geschichte, die sich diese Saison wiederholt ist die Art und Weise, wie der FC Wil in seine Spiele findet. Auch in Chiasso war ein Gegentor nötig, um die Ostschweizer richtiggehend wachzurütteln. Mit einem Foulelfmeter gingen die Gastgeber in Führung. Nur wenige Augenblicke zuvor hatte Wils Philipp Köhn noch mirakulös die Heimführung verhindert.

Es war ein Treffer, der nicht den FC Chiasso sondern den FC Wil beflügelte. Dieser war nun endlich wach und in der Partie angekommen. Die Äbtestädter rissen das Spieldiktat an sich und kreierten sich gute Tormöglichkeiten. Der eingewechselte Noah Jones glich für die Ostschweizer aus. Es roch nun stark nach einem Sieg der Gäste.

Doch der Führungstreffer wollte nicht mehr fallen. Dazu fehlte den Wiler zum einen das letzte Quäntchen Glück, aber auch der nötige Teamgeist. Zu oft wurden Aktionen leichtsinnig und mit einer gewissen Portion Egoismus gespielt. Paradebeispiel dafür war Samuel Ballet, der sich mit zwei leichtsinnigen gelben Karten selbst aus dem Spiel nahm.

Telegranm:

FC Chiasso – FC Wil 1900 1:1 (0:0)
Riva IV, Chiasso: keine Zuschauer zugelassen – Schiedsrichter: Gianforte.
Tore: 50 Bahloul (Foulelfmeter) 1:0, 75. Jones 1:1.
Chiasso: Safarikas; Morganella, Magnin, Affolter (27. Hajrizi), Conus; Silva, Maccoppi, Stevic (60. Stevic); Andrist (79. Dixon), Sifneos, Bahloul (79. Tonelli).
Wil: Köhn; Talabidi, Izmirlioglu, Sauter, Kronig; Muntwiler, Kamber (60 Krasniqi); Brahimi (80. Camara), Fazliu, Haile-Selassie (46. Jones); Ballet.
Bemerkungen: Chiasso ohne Zunic, Clément, Amendola (alle verletzt), Almeida, Strechie, Pasquarelli, Berzati, Stabile, Gamarra, Sörensen und Zahaj (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Schäppi, Mayer, Ndau, Ismaili, Zumberi, Klein (alle verletzt), Paunescu, Blasucci und de Mol (alle nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 38. Stevic, 39. Fazliu, 50. Talabidi, 61. Muntwiler, 71. Sauter, 72. Ballet, 79. Sifneo, 89. Tonelli.
Platzverweise: 92. Ballet (Gelb-Rot).