Nur ein kleiner Schritt

Altstätten gewinnt den Abstiegskampf in der 2. Liga interregional gegen das letztklassierte Mels mit 2:0 und fasst wieder Mut. Ralf Grabher, der neue Trainer aus Lustenau, freut sich, bleibt aber Realist.

Beni Bruggmann
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Ralf Grabher Trainer FC Altstätten (Bild: Günther Böhler)

Ralf Grabher Trainer FC Altstätten (Bild: Günther Böhler)

FUSSBALL. Ralf Grabher wirkt gefasst. Die meiste Zeit zwischen An- und Abpfiff verbringt er sitzend auf der Spielerbank. Als der Schiedsrichter den «Kampf der Habenichtse» beendet, macht der Vorarlberger keinen Luftsprung. Natürlich, es ist ihm, nach dem zweiten Ernstkampf mit seinem neuen Team, ein Stein vom Herzen gefallen. Aber die Analyse ist nüchtern: «Das ist ein wichtiger Sieg, aber nur ein kleiner Schritt in Richtung Ligaerhalt.»

«Wichtig sind die drei Punkte.» Dieser Satz Grabhers, den jeder Trainer gelegentlich braucht, drückt aus, dass der Sieg das Entscheidende ist, dass aber vieles nicht gestimmt hat. Doch der Trainer fasst die negativen Punkte in einem diplomatischen Satz zusammen: «Es war kein grosses Spiel.» Dann erahnt er die Auswirkungen des Sieges. «Ein Erfolgserlebnis tut uns allen gut. Das gibt Selbstvertrauen.» Grabher denkt an seine Spieler, die seit dem 1:0-Sieg gegen Amriswil Anfang September 2013 neun Partien ohne Sieg hinter sich haben.

Erfolgreich in Vorarlberg

Grabher ist ein Lustenauer. Das erkennt man sofort an seinem Dialekt. Dort ist er aufgewachsen und hat beim FC Lustenau von Kindsbeinen an Fussball gespielt, bis er 30 war. Der Familienvater mit zwei Töchtern wohnt heute noch dort und arbeitet als Landesbeamter in Sachen Wasserkraft in Bregenz. Mittlerweile ist er Trainer geworden. Die Amateure von Lustenau hat er trainiert, dann den FC Höchst und zuletzt den SC Fussach. Überall ist er aufgestiegen, mit Fussach sogar zweimal, bis in die Vorarlberg-Liga, das ist die vierthöchste Spielklasse in Österreich. Im vergangenen Herbst hat man sich in Fussach «in gegenseitigem Einvernehmen» getrennt.

Einmal hat der «Aufstiegstrainer» auch gegen den Abstieg gekämpft: Damals, in der Winterpause, hat er Admira Dornbirn auf einem Abstiegsplatz übernommen. Am Ende der Saison war der Ligaerhalt geschafft. Eine schöne Parallele zu Altstätten: Auch hier ist er in der Winterpause gekommen.

Zurück nach Mels: In einem Spiel auf bescheidenem Niveau ist eine einzige Situation entscheidend. Sie beginnt für den FC Altstätten negativ. In der 34. Minute liegt Aussenverteidiger Christian Balmer ohne gegnerische Einwirkung verletzt am Boden. Achillessehnenriss. Mit der Bahre wird er vom Platz getragen und sofort ins Spital Walenstadt gebracht.

Zwei Tore durch Gächter

An Stelle von Balmer kommt Silvio Putzi aufs Feld. Dessen erste Ballberührung ist ein weiter Pass auf Ramon Gächter. Dieser erzielt das 1:0 für Altstätten. In der zweiten Halbzeit sichert Gächter mit seinem zweiten Tor, einem Kopfball, den Sieg.

Auch wenn es nur der unbedingt notwendige Sieg gegen den Tabellenletzten war, so gibt er dem FC Altstätten die Sicherheit zurück. Der Trainer blickt schon voraus: «Nun gehen wir am nächsten Sonntag mit breiter Brust ins Derby gegen Widnau.»