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Nun kommt England - vier Schweizer und ihre Geschichten vor dem Testspiel

Im zweiten Länderspiel der Schweiz seit der WM ist heute ab 21 Uhr England der Gradmesser. Es wird ein Test, der für vier Akteure unter besonderen Vorzeichen steht.
Christian Brägger, Leicester
Vier Köpfe, vier Geschichten: Fabian Schär, Stephan Lichtsteiner, Remo Freuler und Admir Mehmedi.

Vier Köpfe, vier Geschichten: Fabian Schär, Stephan Lichtsteiner, Remo Freuler und Admir Mehmedi.

Das 6:0 in der Nations League bringt die Schweiz in eine gute Ausgangslage. In einer Gruppe mit Belgien ist der Verbleib in der Topliga A damit wahrscheinlich – sofern man davon ausgeht, dass der WM-Dritte die Isländer zweimal besiegt. Der neu geschaffene Wettbewerb der Uefa bezieht seinen Reiz darin, dass es womöglich um ein EM-Ticket geht, mindestens aber um Punkte, eine Schlusstabelle und die Teilnahme am Finalturnier. Oder um den Abstieg; diesen Stempel gibt sich kein Land freiwillig. Heute wartet nun mit dem WM-Vierten England ein grosses Kaliber auf die Schweiz, aber eines, das inklusive Endrunde dreimal nacheinander verloren hat – und damit in der Heimat ein wenig unter Druck geraten ist. Dies ist die Schweizer Mannschaft seit Russland ebenfalls. Dabei tragen vier Akteure ihre ganz eigene Geschichte mit sich herum, sei es im Club oder im Nationalteam.

Fabian Schär: England, die neue Heimat

Was war das für eine schwierige vergangene Saison für Fabian Schär, an deren Ende die Gelbsperre im WM-Achtelfinal stand. «Ich litt noch mehr auf der Bank, als wenn ich selbst gespielt hätte. Es waren gegen Schweden die schlimmsten neunzig Minuten meiner Karriere», sagt er. Hochs und Tiefs wechselten sich schon in den zwölf Monaten zuvor bei seinem damaligen Club La Coruña ab, schliesslich stiegen die Galizier ab – und Schär zog weiter. Neuer Arbeitgeber ist Newcastle, wo kein Geringerer als Rafael Benítez der Coach ist und regelmässig über 50000 Zuschauer die Heimspiele besuchen. Bei den «Elstern» ist der Konkurrenzkampf hart, der Schweizer einer von mindestens fünf Innenverteidigern. Der Saisonstart mit einem Punkt aus vier Partien gelang nicht. Der Test gegen England steht für Schär auch deshalb unter einem besonderen Stern, da er sportlich mit wenigen Einsatzminuten noch nicht angekommen ist in seiner neuen Heimat, «in der besten Liga der Welt, in der jeder jeden schlagen kann». Er würde sich auf der Insel gerne für höhere Aufgaben empfehlen – im Nationalteam fällt ihm dies stets leichter.

Stephan Lichtsteiner: Kampfansage mit Nachdruck

Nationaltrainer Vladimir Pektovic sagte Mitte der Vorwoche, wer 25 bis 30 Spiele mit einem grossen Club absolviere, müsse anderes bewertet werden als ein Spieler mit 50 Einsätzen in einer kleinen Liga. Dieser Satz dürfte bald auf Stephan Lichtsteiner bezogen werden, wenn er beim neuen Arbeitgeber Arsenal weiter hinten ansteht. Petkovic will einen sanften Umbau moderieren und liebäugelte anfänglich damit, auf ältere, arrivierte Kräfte in diesem zweiten Halbjahr zu verzichten. Lichtsteiners Replik war, sich in jedem Moment dem Konkurrenzkampf zu stellen. Nachdem der 34-Jährige gegen Island auf der Tribüne Platz genommen und Kevin Mbabu auf seiner rechten Verteidigerposition einen gelungenen Einstand gefeiert hatte, wiederholte er gestern an der Pressekonferenz fürs England-Spiel seine Worte mit Nachdruck. «Ich spiele schon lange auf dem allerhöchsten Level im Ausland. Ich weiss, wie sich Konkurrenzkampf anfühlt. Diesen nehme ich an – und versuche die Herausforderung zu bestehen.» Lichtsteiner wird, solange er sich kompetitiv fühlt, nie von sich aus aufhören – dafür ist er zu ehrgeizig, seine Mentalität noch zu gefragt. Falls der Zentralschweizer irgendwann aber die Erwartungen nicht mehr erfüllen oder den Umbau blockieren sollte, wird Petkovic einen Weg finden müssen. Heute gegen England ist Lichtsteiner gesetzt. Und der Captain.

Remo Freuler: Kommt seine Chance nochmals?

Remo Freuler hat im Nationalteam keinen leichten Stand. Er ist zwar seit November 2016 immer dabei, nur spielt er selten. Einen guten Ruf geniesst er bei Atalanta Bergamo, für das er seit zwei Saisons spielt. Einmal kam Atalanta bis in die K.-o.-Runde der Europa League, wo man knapp an Dortmund scheiterte. Eigentlich ging man davon aus, dass Freuler sich mit Denis Zakaria dereinst um die Position im zentralen Mittelfeld neben Granit Xhaka bewerben würde. Inzwischen hat Zakaria alle Trümpfe in der Hand, zudem haben sich Edimilson Fernandes (Florenz) und Djibril Sow (Young Boys) ebenfalls in Stellung gebracht. Freuler erhielt in einem ganz speziellen Fall eine grosse Chance, in Portugal im Oktober 2017, als es für die Schweiz um das direkte WM-Ticket ging: Er war überfordert, aber das waren damals alle Schweizer bei jenem 0:2. In der Barrage gegen Nordirland spielte der 26-Jährige noch zehn Minuten, an der WM kam er als einer von vier Feldspielern nicht zum Einsatz. Freuler hakt Russland dennoch als schönes Erlebnis ab und sagt: «Ich musste das so akzeptieren. Dennoch darf ich im Training nicht nachlassen, weil sonst die Mitspieler ebenfalls weniger Gas geben. Ich muss im Kopf immer so parat sein, als ob ich selbst zum Einsatz komme.» Er wird weiter versuchen, sich aufzudrängen.

Admir Mehmedi: Wieder da, aber unter anderen Vorzeichen

Für die WM musste er Forfait geben, weil er nach einem Bänderriss im Fuss noch nicht soweit war. Und so hatte Admir Mehmedi bei den jüngsten Turbulenzen des Nationalteams plötzlich die Aussensicht: «Das alles war sehr unglücklich. Selbst wenn der Exploit gelungen wäre, wäre alles dennoch auf die Mannschaft gefallen. Auch wegen diesem Interview.» Lust, darüber noch zu sprechen, hat Mehmedi aber nicht. Dafür ist er wieder da, und wie: Elf Minuten nach seiner Einwechslung traf er zum 6:0 gegen Island. Seit dem 1. Juni ist er bei Wolfsburg wieder im Training, einen Tag später reichte es nach einer Übungseinheit gerade noch, die letzte halbe Stunde der Schweizer gegen die Schweden am TV zu sehen. «Ich fühlte mit den Jungs», sagt er. Mehmedi ist in der Nationalmannschaft beliebt, mit seiner unaufgeregten Art kommt er an. Der 27-Jährige macht sich keine Sorgen um die Zukunft der Schweiz, «weil sehr gute Junge nachrücken, die überdies weiter sind, als wir es waren». Während seines Ausfalls hat sich im linken Mittelfeld einzig Steven Zuber als harter Konkurrent (mit aktuellen Vorteilen) hervorgetan – weshalb Mehmedi weiter mit Aufgeboten rechnen darf. Er sagt, dass er oft unter dem Radar bleibe, über ihn in der Öffentlichkeit weniger geredet werde. «Das ist okay für mich, trotzdem machte ich meinen Weg. Auch weil ich mich schon immer aufs Neue bestätigen musste.» Mehmedi hat bisher 59 Einsätze für die Schweiz absolviert, an WM und EM war er Torschütze.

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