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Novak Djokovic: Die Rückkehr zum Bewährten wirkt Wunder

Mit dem Sieg in Cincinnati wird der Serbe Novak Djokovic endgültig zum Kandidaten für den US-Open-Titel. Dass er nach einem hartnäckigen Tief die Wende schaffte, hat der Serbe einer simplen Sache zu verdanken: Der Rückkehr zum alten Betreuerstab.
Jörg Allmeroth
Novak Djokovic hält nach dem Finalsieg gegen Roger Federer zum ersten Mal den "Rookwood Cup" des Cincinnati-Turniers in den Händen. (Bild: John Minchillo/AP)

Novak Djokovic hält nach dem Finalsieg gegen Roger Federer zum ersten Mal den "Rookwood Cup" des Cincinnati-Turniers in den Händen. (Bild: John Minchillo/AP)

Der zu altem Glanz auferstandene Novak Djokovic hat am Sonntagabend mit dem 6:4, 6:4 über den ewigen Rivalen Roger Federer nicht einfach nur den nächsten grossen Pokal im Tourbetrieb gewonnen. Der Serbe hatte sich als erster Spieler der Geschichte auch alle Masters-Titel wenigstens einmal gesichert, von den ersten Siegen im Jahr 2007 in Miami und bei den Canadian Open bis hin zu diesem Erfolgserlebnis am 19. August 2018 in der Grossstadt am Ohio River – er ist nun der Master of the Masters, der Meister aller Masters.

Aufstieg, Fall und Aufstieg von Novak Djokovic

Weltranglistenplätze seit 2006
200720082009201020112012201320142015201620172018051015202524246611

Zum zweiten Mal hat Djokovic den beiden Titanen Nadal und Federer etwas voraus.

Roger Federer mit dem Pokal des Finalverlierers. (Bild: John Minchillo, AP)

Roger Federer mit dem Pokal des Finalverlierers. (Bild: John Minchillo, AP)

«Das ist einer der grössten Momente meines Tennislebens, keine Frage», sagte Djokovic, der zuvor fünf Endspiele bei diesem letzten Topevent vor den US Open verloren hatte, drei davon auch gegen Federer. Djokovic, so geschichtsbewusst wie seine grossen Kontrahenten Federer und Nadal, hatte den beiden Titanen zum zweiten Mal etwas wirklich Bedeutsames voraus – nachdem er in den Jahren 2015 und 2016 vier Grand Slam-Titel in Serie gewonnen hatte, als erster Profi in der modernen Ära dieses Sports.

«Es ist eine gewaltige Leistung, all diese Turniere gewonnen zu haben. Man sollte heute nicht über meine Fehler reden, sondern über Novak», sagte Federer, wie stets der Gentleman auch in der Niederlage.

Djokovics Triumph krönte, gemeinsam mit dem Wimbledon-Sieg vor gut einem Monat, ein bemerkenswertes Comeback in der Weltspitze. Nach seinem French Open-Sieg 2016 hatte der Serbe sich vorübergehend mit Motivationsproblemen und persönlichen Krisen aus der Elitegruppe verabschiedet und war sogar falschen Propheten wie dem berüchtigten spanischen Esoterik-Guru Pepe Imaz aufgesessen. Es wurde einsam um Djokovic – buchstäblich. Erst verliess ihn Erfolgstrainer Boris Becker, dann entliess Djokovic noch den Rest seiner eingeschworenen Betreuungscrew. 2017 kamen noch Verletzungsprobleme am überlasteten rechten Arm hinzu, der Serbe musste sich einem Eingriff am Ellenbogen unterziehen.

Als die Saison 2018 begann, rangierte er nur noch auf Platz 14 der ATP-Weltrangliste, und viel besser wurde es zunächst auch nicht bei den ersten Turnieren. «Es war eine grosse Achterbahnfahrt in letzter Zeit», sagte Djokovic am Abend seines Sieges in Cincinnati, «ich bin froh, dass ich wieder das Feuer in mir gefunden habe. Den Biss, den es braucht, um grosse Turniere zu gewinnen.»

Betreuer in der Krise gefeuert - und dann wieder zurückgeholt

Geschafft hatte er die Wende zeimlich simpel – mit der Rückkehr zu den vertrauten Begleitern, zu seiner Tennis-Familie. Auch in Cincinnati sassen sie wieder am Rand der Tennisbühne, Marijan Vajda, der langjährige Coach. Oder Gebhard Gritsch, Ernährungs- und Fitnessexperte aus Österreich. Djokovic hatte sie im tiefsten Tief der Krise gefeuert und dann im Frühjahr 2018 demütig an seine Seite zurück beordert, er redete allerdings auch nicht lange um seine Irrungen und Wirrungen herum, gestand sich «gewaltige Fehler ein»: «Ich bin zwischenzeitlich total vom Weg abgekommen, habe nicht mehr gesehen, wer wichtig ist für mich.» Djokovic ist jetzt auch der Wettfavorit für die US Open, vor den Mitstreitern Federer und Nadal oder einem ambitionierten Außenseiter wie Alexander Zverev. «Es ist fast ein wenig unwirklich, auf diesem Level zurück zu sein», meinte Djokovic, «ich habe nicht immer daran geglaubt, das noch einmal zu schaffen.»

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