Normales Training als Highlight

RAD. Der Thurgauer Radprofi Claudio Imhof meldet sich nach einjähriger Zwangspause zurück. Er gehört neu zum Team Atlas Personal-Jakroo. Die gesundheitlichen Probleme hat er hinter sich, doch so ganz will ihn das Pech nicht loslassen.

Jarima Haas
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Claudio Imhof möchte dieses Jahr beim einen oder anderen Bahnrennen in Zürich Oerlikon mitfahren. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Claudio Imhof möchte dieses Jahr beim einen oder anderen Bahnrennen in Zürich Oerlikon mitfahren. (Bild: ky/Alessandro Della Bella)

Eigentlich hätte alles so schön sein können. Der vom Pech verfolgte Claudio Imhof hat zwar einen Vertrag mit dem Team Atlas Personal-Jakroo, doch seinen Namen sucht man auf der Mannschaftsliste vergeblich. «Ich gehöre zwar zum Team, aber Swiss Cycling lässt mich nicht fahren. Dies, weil ich bei Schweizer Rennen nie Punkte gesammelt habe», sagt Imhof.

Der 22-Jährige ist nach seiner Zeit bei den Junioren direkt bei der Elite im Ausland Rennen gefahren. In der Schweiz ist es jedoch so, dass man nach den Junioren zuerst in der Kategorie der Amateure Punkte sammeln muss, um bei der Elite fahren zu dürfen. «Zu Beginn hat mich das schon ziemlich genervt. Das hat auch sonst niemand, den ich kenne, wirklich verstanden. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden», meint Imhof, der nun, «wenn es gut kommt» zwei bis drei Schweizer Rennen bestreiten will, um die benötigten Punkte zu erhalten, damit er auch von Swiss Cycling grünes Licht erhält.

Es geht vorwärts

Trotz der Auseinandersetzung mit den Regelungen des Verbandes hat der Thurgauer auch Positives zu vermelden. Gesundheitlich geht es bergauf. Knieprobleme und die anschliessende Diagnose des Pfeifferschen Drüsenfiebers zwangen ihn zu einem Jahr Pause. «Physisch geht es mir wieder gut. Ich bin diesen Winter bewusst keine Bahnrennen gefahren, denn ich wollte es langsam angehen lassen. Ende November, anfangs Dezember habe ich dann das Training langsam wieder aufgenommen», erzählt Imhof, der heuer im Sommer auch wieder auf der Bahn in Zürich Oerlikon starten möchte. «Den Fokus lege ich klar auf die Strasse, aber das eine oder andere Rennen in Zürich möchte ich schon fahren, denn ein solches Ambiente gibt es sonst nirgendwo», meint er.

Der in Sommeri wohnhafte Radprofi nahm sich zu Beginn des Trainings zurück, fing auf einem tiefen Niveau an. «Nach einem Jahr Pause reagiert mein Körper nicht mehr so schnell. Ich muss Geduld haben und auf ihn hören», so Imhof, der erst Anfang Jahr wieder richtig mit dem Training begonnen hat und drei Wochen im Spitzensport-WK in Aigle war. Dort hat er zusammen mit Nationaltrainer Daniel Gisiger täglich auf der Bahn trainiert.

Den Anschluss finden

Seit Imhof wieder aktiv im Sattel sitzt, ist er ein Strassen- (Frühlingscup, Brütten) und ein Bahnrennen gefahren. Vorgestern war er zudem an einem internationalen Bahnrennen in Aigle am Start und erreichte den vierten Rang. «Das Rennen ist sehr gut gelaufen. Ich bin offensiv gefahren und habe in erster Linie nicht auf das Resultat gesetzt. Allerdings fehlte die Spritzigkeit ein wenig», erzählt Imhof. Bereits morgen Sonntag bestreitet er ein nationales Strassenrennen im Jura. Das Resultat vom Donnerstag zeige ihm, dass seine Form nicht schlecht sei. Zudem wolle er auch morgen gut fahren.

«Diese Saison möchte ich vor allem den Anschluss an meine Konkurrenten wieder finden. In den Rennen, die ich bis jetzt gefahren bin, merkte ich, dass ich physisch noch nicht so weit bin. Zudem muss ich mein Selbstvertrauen wieder zurückgewinnen», sagt Imhof, der am 14. April am Amateur-Rennen in Oberwangen fährt. Der Oberthurgauer muss sich also mit kleinen Schritten wieder an das Radumfeld herantasten. Und Imhof braucht Geduld, aber die hat er, denn «jeder Tag, an dem ich normal trainieren kann, ist für mich ein Highlight.»

Claudio Imhof (Bild: übc)

Claudio Imhof (Bild: übc)

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