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NORDIRLAND: Unbekannt und unangenehm

Auf dem Weg an die WM in Russland muss die Schweiz im Playoff gegen die Nordiren antreten. Auf dem Papier sind die Schweizer favorisiert. Doch die Briten haben eine erstaunliche Entwicklung hinter sich.
Patricia Loher
Fernando Hierro, früherer Spieler von Real Madrid, an der Barrage-Auslosung in Zürich. (Bild: Gonzalo Garcia/EQ Images)

Fernando Hierro, früherer Spieler von Real Madrid, an der Barrage-Auslosung in Zürich. (Bild: Gonzalo Garcia/EQ Images)

Patricia Loher

Nach der Auslosung am Fifa-Hauptsitz in Zürich wurden sie von den Schweizern immer wieder erwähnt: die lautstarken, enthusiastischen Anhänger der Nordiren. Sie werden das Stadion in Belfast im Hinspiel am Donnerstag, 9. November, in einen Hexenkessel verwandeln. Im Windsor Park haben 18 000 Zuschauer Platz. Das Stadion wird ebenso ausverkauft sein wie drei Tage später der Basler St.-Jakob-Park. Am Sonntag, 12. November, bestreitet die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic zu Hause die zweite und entscheidende Partie dieser WM-Barrage. Goalie Yann Sommer sagte gegenüber der SDA, er erwarte in Belfast eine aussergewöhnlich gute Atmosphäre und ein Team, «das in jede Partie mit einer riesigen Mentalität geht, das zweikampfstark ist und über die Leidenschaft kommt».

Vladimir Petkovic: «Vergessen, was war»

Petkovic sagte nach der Auslosung: «Wir müssen vergessen, was war.» Alles beginne wieder bei null. «Wir müssen ab der ersten Minute auf hundert Prozent sein.» Zumindest auf dem Papier ist die Schweiz für die Barrage in der Favoritenrolle. Nordirland hat sich seit 1986 und dem Turnier in Mexiko nicht mehr für eine WM qualifiziert, während die Schweiz seit 2006 an jeder WM-Endrunde dabei war. Nur: Die Briten dürften schwer zu knacken und die Geduld ein Schlüssel zum Erfolg sein. Petkovic sagte: «Die Nordiren sind ein unangenehmer Gegner, defensiv stark und physisch in einem guten Zustand.» In den vergangenen zehn Wettbewerbsheimspielen ist es nur Deutschland gelungen, sich in Belfast durchzusetzen. In der abgelaufenen WM-Ausscheidungskampagne gewann der Titelhalter im Windsor Park mit 3:1. Deutschland qualifizierte sich schliesslich mit dem Punktemaximum für die WM-Endrunde, dahinter erreichte Nordirland nach nur drei Niederlagen – zwei davon gegen den Weltmeister – vor Teams wie Tschechien und Norwegen die Barrage.

In der Qualifikation mussten die Briten in zehn Spielen lediglich sechs Tore hinnehmen, fünf davon gegen Gruppensieger Deutschland. Nordirlands Coach Michael O’Neill sagte gestern in Zürich: «Es ist gut, sind wir Kroatien oder Italien aus dem Weg gegangen.» Möglicherweise sei diese Barrage für die Schweiz eine schwierige Angelegenheit, «weil die Mannschaft so lange Gruppenleader war und nun trotzdem in das Playoff muss».

Nordirland hat sich in den vergangenen Jahren unter O’Neill prächtig entwickelt. Im Herbst 2015 sicherte sich das Team erstmals überhaupt eine EM-Teilnahme. Es war für das kleine Land, das oft im Schatten von England, Schottland oder Irland steht, der grösste Triumph nach den WM-Teilnahmen 1958, 1982 und 1986. Selbst Nordirlands legendärem Stürmer George Best war so ein Erfolg nicht vergönnt. An der EM in Frankreich erreichte Nordirland, dessen beste Spieler mehrheitlich für zweit- und drittklassige englische Teams auflaufen, den Achtelfinal, wo die Mannschaft knapp mit 0:1 an Wales scheiterte. Aufmerksamkeit erregten in Frankreich auch die nordirischen Anhänger mit ihrem Song «Will Grigg’s On Fire», den sie ihrem Ersatzspieler Will Grigg gewidmet hatten. Das Lied hat unterdessen Kultstatus erreicht. Der in der Schweiz bekannteste nordirische Spieler ist Kyle Lafferty. Der 30-jährige Stürmer, mit drei Treffern zusammen mit Josh Magennis der beste Torschütze in der Qualifikation, spielte einst beim FC Sion.

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