Noch nicht in WM-Form

Zwei Tage nach dem 3:1-Sieg in Neuenburg verliert die Schweiz in Basel den zweiten WM-Test gegen Tschechien 1:2. Trainer Sean Simpson steht vor seiner letzten grossen Herausforderung.

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Robert Mayer kann sich bei seinem Nationalmannschaftsdébut nach einem haltbaren Gegentreffer steigern. (Bild: ky/Patrick Straub)

Robert Mayer kann sich bei seinem Nationalmannschaftsdébut nach einem haltbaren Gegentreffer steigern. (Bild: ky/Patrick Straub)

EISHOCKEY. Seit dem Gewinn der WM-Silbermedaille vor einem Jahr in Stockholm ist nicht nur die Erwartungshaltung, sondern auch das Interesse am Schweizer Nationalteam gestiegen. Nachdem in Neuenburg 6165 Zuschauer erschienen waren, pilgerten in Basel 4126 und damit mehr als erwartet in die St. Jakob-Arena. Das Schweizer Team vermochte die Erwartungen des Publikums aber nur bedingt zu erfüllen. Kämpferisch und läuferisch trat die Equipe von Trainer Sean Simpson zwar engagiert auf, spielerisch passte aber nicht allzu viel zusammen.

Das lag auch daran, dass Simpson Roman Josi und Damien Brunner eine Pause schenkte. Ohne die beiden NHL-Profis und ohne den verletzten Captain Julien Vauclair, der sich am Freitag eine Hirnerschütterung zugezogen hatte, fehlte den Schweizern das spielbestimmende Element. So gelang ihnen gegen die Tschechen nur ein Tor. Servettes Kevin Romy erzielte nach gut 24 Minuten auf Zuspiel von Denis Hollenstein das zwischenzeitliche 1:1.

«Ihnen fehlt die Erfahrung»

Simpson, der sich am Freitag nach der Verletzung von Vauclair frustriert gezeigt hatte, war mit seiner Mannschaft trotz der Niederlage nicht unzufrieden: «Dieser Gruppe fehlt etwas die Erfahrung. Nicht jeder Spieler kennt das System auswendig, das merkt man. Von der Arbeitsweise und dem Kampf her kann ich aber keinem Spieler einen Vorwurf machen.»

Die spielentscheidende Aktion ereignete sich kurz vor Spielhälfte. Die Schweizer verpassten es, während einer Phase von 114 Sekunden doppelter Überzahl ein Tor zu erzielen, und als der zweite der bestraften Spieler, Vojtech Mozich, von der Strafbank zurückkehrte und alleine auf den Schweizer Goalie Robert Mayer zulief, foulte ihn Jérémie Kamerzin. Den fälligen Penalty verwandelte Mozich souverän. Länderspiel-Debütant Mayer blieb chancenlos. Es war nach gut 28 Minuten bereits das letzte Tor der Partie. Im letzten Drittel erspielten sich die Schweizer zahlreiche Chancen. Reto Suri und Caryl Neuenschwander verpassten die besten Möglichkeiten. Eine Minute vor dem Ende nahm Trainer Simpson seinen Goalie vom Eis, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Mayer, der Debütant im Schweizer Tor, erhielt viel Arbeit, machte seine Sache aber gut – auch wenn er den ersten Gegentreffer zwischen den Beinen hindurch kassierte. «Er spielte sehr solid», sagte Simpson über den 24jährigen Keeper, der nach der Absage von Martin Gerber Chancen besitzt, an seine erste WM reisen zu dürfen.

Den Blick auf das NHL-Playoff

«Zu Beginn war ich etwas angespannt, aber ab dem zweiten Drittel fühlte ich mich gut», so der Rückhalt der Hamilton Bulldogs in der AHL. Ob Mayer an die WM reist, hängt davon ab, ob Reto Berra und Jonas Hiller mit ihren NHL-Teams die erste Playoff-Runde überstehen.

Das nächste Testspiel bestreiten die Schweizer am Freitag in Mannheim gegen Deutschland. Drei Tage vor dem WM-Startspiel gegen Russland treffen die Schweizer im Zürcher Hallenstadion noch auf Kanada. (si)

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