Noch nicht auf dem gewünschten Niveau

Nach einem Sechstel der Challenge-League-Saison liegt der ambitionierte FC Wil dem Tabellenende einen Punkt näher als der -spitze. Auf einen starken Start mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen folgten zuletzt drei Partien ohne Sieg. Das hat seine Gründe.

Simon Dudle
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Erdal Keser Sportchef FC Wil (Bild: Urs Bucher)

Erdal Keser Sportchef FC Wil (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Noch ist es zu früh für eine fundierte Zwischenbilanz, aber erste Schlüsse über den neu aufgestellten FC Wil lassen sich nach sechs Runden ziehen. Acht Punkte wurden geholt – ein Zähler weniger als nach sechs Runden der vergangenen Saison, in welcher die Wiler bis zuletzt um den Ligaerhalt bangen mussten.

Noch keine Einheit

Seit dem Einstieg des türkischen Investors Mehmet Nazif Günal diesen Sommer sind die Ziele in Wil hoch. Der Aufstieg soll es sein, schon diese Saison. Anspruch und Realität klaffen derzeit aber weit auseinander. In keinem der sechs Spiele konnten die Ostschweizer restlos überzeugen. Die Wiler treten bis dato nicht als Einheit auf und der Findungsprozess dürfte noch eine ganze Weile andauern. Dieser wird verzögert durch wiederkehrende personelle Veränderungen, bedingt durch Verletzungen. Bei der 0:1-Niederlage in Baulmes gegen Le Mont Lausanne waren mit Mert Nobre, André Santos und Egemen Korkmaz gleich drei klingende Namen ausser Gefecht, da sie an Muskelverletzungen laborierten. Sie alle sind 32jährig oder älter. Und somit anfälliger für Verletzungen als jüngere Spieler? «Die Routiniers hatten wenig Zeit für das Aufbautraining. Das ist der Hauptgrund für die Verletzungen. Wir werden sie nun mit der nötigen Vorsicht behandeln», sagt Wils Sportchef Erdal Keser.

Probleme hinten und vorne

Weiter auffällig sind die offensive Harmlosigkeit und die defensive Anfälligkeit. Gegen Le Mont – mit der Referenz der statistisch schlechtesten Abwehr angetreten – erspielten sich die Wiler kaum Torchancen. Defensiv luden sie den Gegner zum Toreschiessen ein. Symptomatisch war die entscheidende Szene in der Schlussminute, als Guy Ramos den Ball ins eigene Tor schob, statt bedingungslos zu klären. Keser möchte das Kader mit je einem offensiven und defensiven Spieler ergänzen. Dieser muss den Schweizer Pass haben, da die Kontingentsliste der Ausländer bereits voll ist. Wer diese Spieler sind, stand gestern abend noch nicht fest.

Eine mögliche Trainerdiskussion erstickt der Sportchef im Keim: «Fuat Capa erreicht die Mannschaft gut. Es wäre voreilig, über den Trainer zu reden», sagt Keser. In der Pflicht sind die gutbezahlten Spieler. Nach Leistungen wie zuletzt gegen Wohlen und Le Mont sind sie in der Bringschuld. Als nächstes gastieren die beiden derzeit besten Mannschaften der Liga, Chiasso und Lausanne, in Wil.