Noch ein Routinier mit Renommée

Die Ostschweizer verpflichten doch noch einen Spieler: Und zwar niemand Geringeren als Sejad Salihovic. Der 32-jährige Bosnier mit 47 Länderspielen und 176 Bundesligapartien kommt ablösefrei und vorerst bis Saisonende.

Christian Brägger
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In der Nacht auf Mittwoch kam doch Bewegung in die Transferambitionen des FC St. Gallen. Gestern dann wurden die Verträge unterschrieben, und schon wissen die Ostschweizer vorerst bis zum Saisonende einen neuen Spieler in ihren Reihen: Sejad Salihovic. Sejad wie? Da war doch was, den kennt man doch, dachte man sich. Genau: Salihovic war in Deutschland lange eine feste Grösse, mit Hertha Berlin, vor allem aber neun Jahre lang bei Hoffenheim. Mit dem Retortenclub stieg er von der Regionalliga bis in die Bundesliga auf, im Mittelfeld galt der polyvalent einsetzbare Bosnier als ein Eckpfeiler der Mannschaft. Sein linker Fuss war gefürchtet, seine Standards ebenso. Auch in der Nationalmannschaft hatte Salihovic seinen Platz, 47-mal spielte er für Bosnien, an der WM in Brasilien gelangte er zu zwei Einsätzen.

Gutes Verhältnis zu Zinnbauer

Mit Salihovic kommt also ein Mann mit ausgezeichnetem Ruf und grosser Erfahrung zu St. Gallen, den Ausschlag habe mitunter das gute Vertrauensverhältnis zu Trainer Joe Zinnbauer gegeben, heisst es. Zuletzt war der Spieler in China in der zweithöchsten Liga bei Beijing Renhe engagiert, wohin er im Sommer 2015 auch des Geldes wegen gewechselt war. Doch richtig wohl gefühlt hatte sich der 32-Jährige in Asien nie, er empfand das Essen als monoton, insbesondere vermisste er Deutschland nach all den Jahren. Schliesslich löste Salihovic den Kontrakt im vergangenen November nach dem Saisonende auf und hielt sich bis zuletzt in Hoffenheim fit. Mit seinem Zuzug ergänzt Sportchef Christian Stübi die gute Mischung im Kader, die zwischen Jungen und Routiniers bestehen soll. Stübi sagt: «Wir erhoffen uns von ihm einen Källström-Effekt.» Kim Källström. Seine Geschichte bei den Grasshoppers ist bekannt.

Christian Brägger