No Mercy verabschiedet

Christina Liebherr schluckte einmal leer und sprach dann ganz leise, um ihren Wallach No Mercy nicht zu erschrecken. Vor dem Weltcup-Springen in Zürich wurde das Ausnahmepferd vom Spitzensport verabschiedet. Die Reiterin kämpfte mit den Tränen als sie sprach: «Es ist ein schwerer Moment.

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Christina Liebherr schluckte einmal leer und sprach dann ganz leise, um ihren Wallach No Mercy nicht zu erschrecken. Vor dem Weltcup-Springen in Zürich wurde das Ausnahmepferd vom Spitzensport verabschiedet. Die Reiterin kämpfte mit den Tränen als sie sprach: «Es ist ein schwerer Moment. Aber ich bin No Mercy sehr dankbar. Er hat mir und den Zuschauern im Stadion oder am TV viele schöne Stunden bereitet.»

Sehne verletzt

Eineinhalb Jahre ist es her, seit sich der Wallach am CSIO in Aachen eine Sehne im linken Vorderbein verletzte. Seine Reiterin hatte schon damals gesagt, dass sie ihn nicht mehr im Sport einsetzen werde. Mittlerweile ist No Mercy wieder genesen und kann auch wieder geritten werden. Er darf nun auf der Anlage der Familie Liebherr in Bulle das Leben geniessen. «No Mercy ist ein sehr sensibles Pferd, das Leute um sich herum braucht, die es kennt. Ich bin froh dass ich weiter auf No Mercy ausreiten kann.»

Die Springreiterin hat eine innige Beziehung zum Vierbeiner, denn ihm verdankt sie die grössten Erfolge ihrer Karriere. Bei der Verabschiedung im Hallenstadion wurden dazu Bilder eingeblendet. No Mercy und Liebherr gewannen 2005 an der EM in San Patrignano sowohl im Einzel als auch im Team die Silbermedaille. Mit der Mannschaft holten sie 2008 an den Olympischen Spielen in Peking Bronze und wurden 2009 am Weltcup-Final in Las Vegas Vierte.

Eigener Charakter

Im Hallenstadion schaute der Wallach mit grossen Augen in die Menge. Er hat noch immer seinen eigenen Kopf, liess es nicht zu, dass seiner Reiterin ein Blumenstrauss überreicht wurde. No Mercy war schon als Springpferd für seinen eigenen Charakter bekannt, hatte sich oft zwischen Genie und Wahnsinn bewegt. Mit einer Ehrenrunde verabschiedete sich der Wallach vom Publikum. (rab)

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