NLA-PLAYOFF: Bern siegt dank Verteidigertoren

Nur ein Wunder verhilft Lugano noch in den Playoff-Final. Der SC Bern kann nach dem 3:1-Auswärtssieg im Tessin morgen daheim alles klarmachen. Davos setzt sich gegen Zug in der Verlängerung durch.

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Der SC Bern bejubelt das 2:0. (Bild: Gabriele Putzu/KEY)

Der SC Bern bejubelt das 2:0. (Bild: Gabriele Putzu/KEY)

Vor dem Schlussabschnitt schwörte der Stadionspeaker die Fans beim Stand von 0:2 nochmals auf das ein, was folgen sollte. Non mollare mai! Jetzt nur nicht aufgeben! Nur mit 7000 Fans als siebentem Mann im Rücken schien die Wende noch möglich. Lugano gab nicht auf. Neun Minuten vor Schluss gelang Luca Fazzini der Anschlusstreffer. Trotz aller Fangesänge und Aufmunterung reichte es aber nicht mehr. Der SC Bern erwies sich erneut als cleverer, effizienter. 74 Sekunden vor Schluss gelang Andrew Ebbett ins leere Tor das siegsichernde 3:1 für Bern. Erstmals in der Serie traf ein Ausländer. In der Viertelfinalserie gegen Biel hatten Arcobello und Konsorten noch zehn Tore erzielt. Gegen Lugano erwiesen sich bislang die Backs, die Verteidiger, als die grossen Helden.

Die entscheidenden Szenen spielten sich in der Schlussphase des zweiten Abschnitts ab. Innerhalb von 101 Sekunden skorte der SC Bern die Goals vom 0:0 zum 2:0. Die Luganesi starteten nach dem ersten Gegentor vor dem eigenen Gehäuse eine enorme Fehlerorgie. Verteidiger Stefan Ulmer vertändelte im Slot die Scheibe. Aaron Gagnon, Berns Viertliniensöldner, spielte hinter dem Goal mit dem Gegner Katz und Maus, legte dann die Scheibe zurück zu Verteidiger David Jobin, der das offene Tor nicht verfehlte. Auf Berns Verteidiger war in den letzten fünf Playoff-Spielen immer Verlass. Stets skorten sie mindestens ein Tor. Dennoch schmeichelte am gestrigen Dienstag der Sieg den Bernern. Was Genoni nicht abwehren konnte, flog knapp neben dem Pfosten oder über der Latte am Kasten vorbei. Und Berns Verteidiger Beat Gerber erzielte schliesslich nach 36 Minuten nicht nur das wegweisende Führungstor, einen Einsatz vorher hatte er bei Luganos bester Möglichkeit mit dem Unterschenkel den Puck in höchster Not aus der Gefahrenzone spediert.

Davos in der Verlängerung im Glück

Im vierten Spiel lachte das Glück in der Verlängerung diesmal dem HC Davos. In der zweiten Minute der Overtime traf Enzo Corvi zum 3:2 und glich die Halbfinalserie gegen Zug aus. Bei 2:2 beginnt alles wieder von vorne. Nach nur 65 Sekunden der Overtime traf Enzo Corvi in Überzahl mit einem abgelenkten Weitschuss zum 3:2. Der Sieg des HC Davos war verdient, auch wenn Zug ebenfalls seine Chancen hatte. Am Ende machten die Bündner aber den frischeren und etwas schnelleren Eindruck und hätten die Entscheidung auch bereits in der regulären Spielzeit herbeiführen können.

Damit ist die Serie mit 2:2 wieder völlig offen, das Momentum liegt aber endgültig bei den Davosern. Der HC Davos und der EV Zug boten den Fans erneut ein Spektakel. Beide Teams agieren – ausgenommen Powerplay und Unterzahlspiel – ziemlich konsequent mit vier Angriffslinien und halten so das Tempo konstant hoch. Bereits im ersten Drittel hätte mehr als nur ein Tor fallen können. Die Wende gelang dem HC Davos wie schon am Samstag in Unterzahl. Und wieder hiess der Urheber Perttu Lindgren. In der 34. Minute konnte der Finne von Landsmann Santteri Alatalo nur mit einem Foul am Abschluss gehindert werden. Den Penalty verwertete er souverän – zu seinem siebten Shorthander in dieser Saison. Fünf Minuten später skorte Lindgren gleich nochmals mit einem Penalty zur 2:1-Führung. Zug liess sich jedoch nicht abschütteln. Nur 24 Sekunden später nutzte Sandro Zangger einen Abpraller zum 2:2. (sda)