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Nino Niederreiter: «Vor wenigen Tagen waren wir ganz oben, jetzt rennen wir einem Rückstand nach»

Neben Timo Meier ist mit Nino Niederreiter ein weiterer Schweizer noch im Rennen um den Stanley Cup. Der Bündner über seinen Aufschwung bei den Carolina Hurricanes, den Traum von Selfies mit der Trophäe und Eishockey-Schach.
Sergio Dudli
Nino Niederreiter steht erst seit Mitte Januar für Carolina im Einsatz. (Bild: Getty)

Nino Niederreiter steht erst seit Mitte Januar für Carolina im Einsatz. (Bild: Getty)

Es ging schnell. Fast ein bisschen zu schnell für Nino Niederreiter. «Es ist so viel passiert, dass ich noch gar keine Zeit hatte, alles zu verarbeiten», so der Bündner. Vor wenigen Monaten spielte er bei Minnesota Wild keine grosse Rolle mehr. Über 470 NHL-Spiele bestritt der 26-Jährige für das Team, ehe er über Nacht nach Carolina transferiert wurde. Dort etablierte sich Niederreiter als Leistungsträger. Mit 30 Skorerpunkten in den letzten 36 Partien der Regular Season hatte er grossen Anteil daran, dass sich die Carolina Hurricanes für das Playoff qualifizieren konnten.

Nach Triumphen gegen Titelverteidiger Wahsington und die New York Islanders steht das Team in Final der Eastern Conference. «Der Sieg in der Verlängerung des siebten Spiels gegen Washington hat uns einen enormen Schub verliehen», so Niederreiter. Die Folge: Im Conference-Halbfinal gegen die New York Islanders spielte sich Carolina in einen Rausch, gewann die Serie glatt in vier Spielen. «Das hatten wir enger erwartet, aber wir haben die Islanders überrumpelt», sagt der Stürmer.

Erfahrung hier, Unerfahrenheit da

Als grosse Stärke Carolinas hebt Niederreiter das Kollektiv hervor. «Wir brauchen die ganze Mannschaft, um Spiele zu gewinnen. Wir haben nicht die herausragenden Individualisten wie andere», sagt der Bündner. Im Conference Final wurde das Team jedoch ausgebremst. Die beiden ersten Spiele gegen die Boston Buins gingen mit einem Gesamtergebnis von 4:11 verloren. «Wir wussten, dass dies die bisher schwierigste Aufgabe wird. Boston verfügt über viele Spieler, die wissen, wie man den Stanley Cup gewinnt», so Niederreiter.

Somit sind die Boston Bruins der krasse Gegensatz zu den Carolina Hurricanes, einer jungen Mannschaft, die erstmals seit neun Jahren wieder im Playoff steht. Der selber erst 26-jährige Niederreiter gehört zu den ältesten Spielern im Kader. Dementsprechend nimmt er sich seinen jüngeren Teamkollegen in der entscheidenden Saisonphase an. Niederreiter sagt:

«Vor wenigen Tagen waren wir ganz oben, jetzt rennen wir einem 0:2-Rückstand hinterher. Wichtig ist, dass wir das Selbstvertrauen behalten.»

Dem Stürmer läuft es im Playoff auf den ersten Blick nicht nach Wunsch. Ein Tor und vier Assists lautet die Ausbeute nach 13 Einsätzen. Doch der Eindruck täuscht, wie Niederreiter erklärt: «Ich spiele in einer Formation mit Jordan Staal und Justin Williams. Wir stehen immer der gegnerischen Toplinie gegenüber. Das ist wie ein Schachspiel: Wir müssen schauen, dass wir keinen Treffer erhalten, gleichzeitig aber etwas in der Offensive kreieren.»

Eine vielleicht einmalige Chance

Der Bündner hat sich jedoch vorgenommen, öfters zu punkten, «auch wenn es letztlich keine Rolle spielt, wer die Tore macht, solange wir gewinnen». Niederreiter hat mittlerweile über 500 Spiele in der besten Liga der Welt absolviert. Das Ziel ist in all den Jahren dasselbe geblieben. Niederreiter:

«Manchmal, wenn ich im Sommer durch Chur laufe, halte ich an bestimmten Ecken inne. Dann denke ich: Es wäre cool, hier ein Foto mit der Stanley-Cup-Trophäe zu machen.»

Um dem einen Schritt näher zu kommen, muss im Conference Final gegen Boston die Wende her. «Unser Trainer hat es zuletzt passend gesagt. Er hat 21 Jahre in der NHL gespielt, stand fünf Mal im Conference Final – nur einmal hat er am Ende den Titel gewonnen.» Das habe den Spielern gezeigt, was für eine Chance sich ihnen bietet. Niederreiter: «Eine solche Gelegenheit kommt vielleicht nie mehr».

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