Niederlage trotz guter Leistung

Handball. Das Schweizer Nationalteam von Trainer Dragan Djukic verliert in Kielce das Barrage-Hinspiel um die WM-Teilnahme gegen Polen mit 24:32.

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Für die Schweizer Handballer ist der Traum von der ersten WM-Teilnahme seit 1995 so gut wie ausgeträumt. Es bleibt nur eine kleine Hoffnung für das Barrage-Rückspiel am kommenden Samstag in St. Gallen. «Ich bin noch zu emotional für klare Worte», sagte Manuel Liniger, mit neun Toren bester Werfer des Spiels, unmittelbar nach der Schlusssirene. Sie hätten eine grosse Chance verpasst, um mit einer Niederlage von drei bis vier Treffern heimzukehren und damit die Polen zum Zittern zu bringen.

Solide Verteidigung

Tatsächlich spiegelt das Resultat in keiner Weise die Leistung der Schweizer. Die Gäste traten vor 4000 enthusiastischen Zuschauern in der Mosirhalle sehr engagiert auf und hielten sich lange Zeit gut – in der 41. Minute lagen sie bloss mit drei Toren zurück. Drei Minuten später stand es allerdings 17:23, und nach einer weiteren schwachen Phase der Schweizer zogen die Polen von 25:19 auf 28:19 davon.

In der Verteidigung bot die Schweizer Auswahl eine solide Leistung, obwohl sie noch etwas aggressiver hätte agieren können und Goalie Antoine Ebinger nicht mehr als Durchschnitt war. Sie hatte den stark besetzten Rückraum des Heimteams erstaunlich gut im Griff. Gegen den kaum zu haltenden Kreisläufer Bartosz Jurecki, mit sieben Treffern bester Werfer seines Teams, fand sie jedoch lange Zeit kein Mittel.

Zu wenig ausgeglichen

«Wir hatten zwei, drei Aussetzer, die uns das Genick brachen», sagte Regisseur Andy Schmid. Die beiden Teamleader Schmid und Liniger erzielten zusammen 15 der 24 Schweizer Tore. Dies verdeutlicht das Problem der Schweizer; sie sind auf diesem Niveau zu wenig ausgeglichen besetzt. Zudem hatte Captain Iwan Ursic am Kreis einen schweren Stand. Und Martin Engeler, einer der besten Torschützen der NLA, zog einen schwachen Tag ein. Der Aufbauer von St. Otmar verzeichnete lediglich fünf Fehlwürfe. (si)