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Nicht noch ein EM-Experte

Alles dreht sich um die Fussball-Europameisterschaft. Public Viewing hier, EM-Fachsimpeln da – seit einer knappen Woche gibt es an jeder Ecke einen Fussballexperten.
Ralf Rüthemann

Alles dreht sich um die Fussball-Europameisterschaft. Public Viewing hier, EM-Fachsimpeln da – seit einer knappen Woche gibt es an jeder Ecke einen Fussballexperten. Vom Banker über den Pfarrer bis zur eigenen Mutter, die sich offensichtlich noch einmal die Regeln im Fussball angeschaut hat. Alle machen bei einem Tipspiel mit oder geben ihr Geld auf interwetten.com aus.

Wieso aber ist das immer so ein Hype? Schliesslich wird praktisch täglich Fussball gespielt und auf interwetten.com kann man sein Geld auch im tiefsten Winter, nachts um 2 Uhr, auf eine peruanische Juniorenmannschaft setzen. Und auf den Thurgauer Fussballplätzen wird von Freitagabend bis Sonntagnachmittag auch ununterbrochen Fussball gespielt. Selbst ein Beamer kann man ausserhalb der EM-Zeit vor ein paar Festbänken installieren und Leute einladen. Mitfiebern ist jederzeit möglich, nicht nur an der EM.

Das Resultat dieses unersättlichen Fussballfiebers wäre sensationell: Es würde nicht nur durchgehend gute Stimmung herrschen, sondern es gäbe tatsächlich mehr Fussballexperten. Dies wiederum führte zu einer besseren Ausbildung unserer Junioren, was in eine stärkere Schweizer Nationalmannschaft mündete. Und dann hätten wir endlich richtig Grund, stolz auf unsere Nati zu sein.

ralf.ruethemann@ thurgauerzeitung.ch

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