Kommentar

Nicht hadern, FC St.Gallen

Der FC Zürich tritt in der Super League gegen Basel und vielleicht auch gegen die Young Boys mit dem U21-Team an. Die Liga nimmt eine Wettbewerbsverzerrung in Kauf, um die Meisterschaft irgendwie über die Runden zu bringen. Doch der FC St.Gallen darf sich nicht von seinem Weg abbringen lassen.

Patricia Loher
Drucken
Teilen
Patricia Loher, Ressortleiterin Sport

Patricia Loher, Ressortleiterin Sport

Hanspeter Schiess

Die Swiss Football League will die Saison trotz der Coronafälle beim FC Zürich zu Ende spielen. Die Zürcher, deren erste Mannschaft und der Trainerstab sich noch bis am Freitag in Quarantäne befinden, treten am Dienstag gegen Basel mit der U21 aus der Promotion League an.

Zürichs erste Mannschaft kann frühestens am Samstag wieder spielen – unklar ist, wie der Super-League-Sechste die Partie gegen die Young Boys angehen wird. Wieder mit der U21? Oder kehrt schon ein Grossteil der Profis zurück?

Für den FC St. Gallen sind solche Fragen relevant in diesem knappen Meisterrennen. Offensichtlich ist, dass die Liga eine Wettbewerbsverzerrung in Kauf nimmt, um die Meisterschaft irgendwie über die Runden zu bringen.

Das Pech des FC St.Gallen

Es ist grosses Pech, dass die coronabedingten Eingriffe ausgerechnet St.Gallens Konkurrenten an der Tabellenspitze betreffen, die gleich auch noch ihre Tordifferenz gegenüber den Ostschweizern deutlich verbessern können.

Doch jede Variante – vom Saisonabbruch über Turniere bis hin zur Streichung der Zürcher Resultate – hätte diese Meisterschaft ebenfalls weiter beschädigt. Und ob St.Gallen bei einem sofortigen Saisonende als Meister ausgerufen und in die Champions-League-Qualifikation geschickt worden wäre, ist äusserst fraglich.

St.Gallen verfügt über die Qualitäten, Meister zu werden

Am 25. Juli trifft der FC St. Gallen in der drittletzten Runde auswärts auf die Zürcher. Unwahrscheinlich ist, dass der FC Zürich auch dann das U21-Team auf das Feld schicken wird, um der Wettbewerbsverzerrung entgegenzuwirken.

Doch der FC St. Gallen ist nach 30 Runden ein verdienter Leader. Wenn er nicht hadert, verfügt er noch immer über die Qualitäten, Meister zu werden.

Mehr zum Thema