«Neymar entäuschend, Neuer gigantisch» – die Stimmen zum CL-Triumph der Bayern

Die internationalen Pressestimmen nach dem 1:0-Sieg des FC Bayern München im Finale der Fussball-Champions-League gegen Paris Saint-Germain.

dpa
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Der Pariser Kylian Mbappé (r) scheitert am Bayern-Torwart Manuel Neuer.

Der Pariser Kylian Mbappé (r) scheitert am Bayern-Torwart Manuel Neuer.

Keystone

Tagesanzeiger: «Ein würdiger Sieger»

«Würdiger hätte ein Sieger nicht sein können. Die Münchner haben alle elf Partien für sich entschieden und dabei 43 Tore erzielt. Sie sind der erste ungeschlagene Champion seit Manchester United 2007/08. Auch die Coronapause konnte dem deutschen Rekordmeister nichts anhaben: Seit dem Restart Mitte Mai gewann Bayern alle 15 Wettbewerbsspiele.»

L'Equipe: «Neymar entäuschend, Neuer gigantisch»

«Neymar war sehr enttäuschend, Neuer gigantisch. Der Brasilianer verfehlte sein Match, während der deutsche Torhüter entscheidend zum Sieg der Bayern gegen PSG beitrug.»

El País: «Ungewöhnlichste Champions League endet mit der alten Fussballordnung»

«Bayern herrscht wieder in Europa. Bayern München nutzte seine grosse Erfahrung gegen PSG und gewann den sechsten Europapokal seiner Geschichte. Ein einziges Tor von Coman (...) reichte aus, um die bayerische Mannschaft erneut zum Europameister zu krönen, was sie seit 2013 nicht mehr erreicht hatte. Die ungewöhnlichste Champions League in der Geschichte, die erste ohne Fans auf der Tribüne, endete mit der alten Fussballordnung, die von den Bayern repräsentiert wurde.»

Der Siegtorschütze Kingsley Coman reckt den den Henkelpott in die Höhe.

Der Siegtorschütze Kingsley Coman reckt den den Henkelpott in die Höhe.

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Libération: «Neymar nicht in der Lage, das Kaninchen aus dem Hut zu zaubern»

«Trotz einer lebhaften ersten Halbzeit verlor der Pariser Club am Sonntagabend mit 0:1 gegen FC Bayern München - und muss noch warten, bevor er den Flaggschiff-Wettbewerb des europäischen Fussballs gewinnt. (...) Und Neymar ging unter: Von der deutschen Organisation isoliert, genervt von der voranschreitenden Spielzeit, war er nicht in der Lage, wie sonst das Kaninchen aus dem Hut zu zaubern.»

Gazzetta dello Sport: «Die Haare von Coman und die Handschuhe von Neuer»

«Für die Bayern ist es der Preis für die absolute Vorherrschaft: Niemand hat es jemals geschafft, alle Champions-League-Spiele zu gewinnen, vom ersten in der Gruppe bis zum letzten. Der Abschluss dieser endlosen Fussballsaison, die von der Coronavirus-Pandemie geprägt ist, krönt Hans-Dieter Flick, den Mann, der nach Kovacs Freistellung das Ruder übernahm und ein Team, das sich in einer Identitätskrise befand, wiederherstellte so wie es in der Vergangenheit Jupp Heynckes tat. (...) Das Finale, das nur stellenweise spektakulär war, hat die Haare von Coman und die Handschuhe von Neuer: Letztendlich waren sie es, die den Unterschied machten.»

Mundo Deportivo: «Bayern versenkt PSG»

«Bayern versenkt PSG und vollendet sein Triple. Bayern München ist der neue Europameister. In einem Finale, das nicht den zuvor geweckten Erwartungen entsprach, gelang es dem deutschen Team, sein Triple dank eines einsamen Tores von Coman in der 59. Minute - der Überraschung in der Elf von Flick - zu vollenden. Weder Neymar noch Mbappé schafften es, PSG den lang erwarteten ersten Champions-League-Sieg zu bescheren, denn wenn sie es vor allem in der ersten Halbzeit versuchten, trafen sie immer auf Neuer, ein Garant zwischen den Pfosten.»

Bayerns Thiago Alcántara (l.) und Paris Saint-Germains Thiago Silva.

Bayerns Thiago Alcántara (l.) und Paris Saint-Germains Thiago Silva.

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Marca: «Imperiales Bayern behandelt Neymar als Unbekannten»

«Imperiales Bayern!!! Bayern ist der neue König Europas. Die Mannschaft von Beckenbauer, Matthäus, Torpedo Müller, Breitner, Maier und anderen Ballgöttern hat den sechsten Titel erobert. Dafür brauchte es Coman, einen Pariser, einen ehemaligen PSG-Spieler, eine grausame Karambolage. Es war nicht die Nacht von Mbappé und insbesondere von Neymar, den die Deutschen so behandelten, als wäre er ein gänzlich Unbekannter. In einem Match auf dem roten Teppich tauchte der erfahrene Flügelspieler Coman auf, der in dieser seltsamen Welt in der zweiten Halbzeit einen magischen Kopfball landete.»

As: «Kein Platz für PSG im Club der Champions»

«Es gibt keinen Platz für PSG im auserwählten Club der Champions, ein Platz, der sich nicht mit Geld kaufen lässt, sondern der sich aus dem Werdegang der Bayern ergibt. Das Tor von Coman, zwar etwas dürftig für ein Finale, hat den Bayern den sechsten Championstitel eingebracht und sie als derzeit unbezwingbare Könige Europas bestätigt.»

The New York Times: «Langsam erhitztes Drama»

«Bayern war - um einen Schatten - das bessere Team in einem Finale, das ein Gericht hervorbrachte, das sich von all seinen Zutaten deutlich unterschied. Zwei Mannschaften aus Angriffstalenten taten sich in Lissabon zusammen, um ein Spiel zu erschaffen - ein überzeugendes Spiel, ein spannendes Spiel - das eher ein langsam erhitztes Drama als eine schnell befeuerte Unterhaltung war.»

ESPN: «Sieger, die man mögen kann»

«Sicher, Bayern ist ein Profiteur davon, ein Superclub und voll bezahltes Mitglied dieses einen Prozents, das grössere, besser bezahlte und talentiertere Kader haben als fast alle anderen. Dieses Ungleichgewicht an Kraft und Ressourcen muss adressiert werden. Aber das erklärt nicht, was wir seit dem Jahreswechsel gesehen haben, insbesondere wenn man es vergleicht mit all dem, was in den ersten Monaten der Saison alles schief gelaufen ist. Also ja, sie sind verdienter Sieger und mehr noch, Sieger, die man mögen kann. Etwas, dass nicht alle Bayern-Mannschaften der Vergangenheit hinbekommen haben.»