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NEUSTART: Frischzellenkur für Italien

Das Scheitern im WM-Playoff gegen Schweden läutet beim italienischen Nationalteam den Umbruch ein. Neben Gianluigi Buffon treten weitere Routiniers ab. Aber die Probleme liegen anderswo.
Jonas Schneeberger (sda)
Gianluigi Buffon (rechts) trat nach der Niederlage gegen Schweden zurück. Ob es ihm Gian Piero Ventura gleichtut, ist offen. (Bild: AP)

Gianluigi Buffon (rechts) trat nach der Niederlage gegen Schweden zurück. Ob es ihm Gian Piero Ventura gleichtut, ist offen. (Bild: AP)

Jonas Schneeberger (SDA)

Noch einmal unternahm Gianluigi Buffon in den letzten Minuten des Rückspiels gegen Schweden alles in seiner Macht Stehende. Ein Spurt über das ganze Feld für den letzten Corner seiner Mannschaft, der Goalie als elfter Stürmer – auch das half nicht. In 180 Minuten brachten die Italiener keinen Treffer zustande, das 0:1 aus dem Hinspiel in Schweden entschied das Duell. «Fine» titelte die «Gazzetta dello Sport» in grossen Lettern vor dunklem Hintergrund – Ende.

Die Bilder des verzweifelten Anrennens werden die letzten sein, die Buffon von seiner Zeit im Nationalteam in Erinnerung haben wird. «Ich bin traurig, dass meine Nationalmannschaftskarriere so endet», sagte die 39-jährige Goalie-Legende hinterher mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen. Der Plan, die Länderspiel-Karriere mit der sechsten WM-Teilnahme zu beschliessen, zerschlug sich abrupt. Nach 175 Länderspielen ist früher als beabsichtigt, aber nicht ganz überraschend Schluss.

Venturas und andere Versäumnisse

Man kann nicht behaupten, die Italiener hätten sich nicht gegen das drohende Scheitern aufgelehnt. Buffon, den die Tifosi auch wegen Interviews wie diesem emotionalen letzten als Wortführer der Squadra Azzurra so verehren, wird die historische Schmach freilich nicht angelastet. Die Probleme liegen weiter vorne (in der Offensive), weiter unten (bei den jüngeren Generationen) und weiter oben (auf Führungsebene). Mit etwas Verzögerung bezahlt das Land nach einer unter Antonio Conte überraschend guten EM 2016 für die Versäumnisse bei der Nachwuchsarbeit.

Dass mit Buffon (39), Andrea Barzagli (36), Daniele De Rossi (34) und wohl auch Giorgio Chiellini (33) vier Grössen des italienischen Fussballs das Feld räumen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Das Quartett verkörperte die Defensivstärke der Squadra über Jahre und auch zuletzt erfolgreich und hat wenig mit den Schwächen in der Offensive zu tun. Bezeichnenderweise brachte Italien in den beiden Spielen gegen Schweden keinen Treffer zustande. Auch das Loch in der Altersstruktur erklärt, wieso sich die Suche nach einem Nachfolger für Antonio Conte schwierig gestaltete. Keiner der Renommierten wollte sich an der Squadra die Finger verbrennen.

Gian Piero Venturas Tage als Nationaltrainer dürften gezählt sein, obwohl sein Vertrag im Sommer noch bis 2020 verlängert worden ist und er von sich aus bisher nicht zurückgetreten ist. «Die Ära einiger Veteranen geht zu Ende, die von hungrigen, jungen Spielern beginnt», sagte er nach der Schmach. Frischen Wind benötigt das Land auch auf Trainer- und Präsidial-Ebene, wo mit Carlo Tavecchio ein umstrittener 74-Jähriger im Amt sitzt. Ob sich die als Wunschkandidaten gehandelten Carlo Ancelotti und Massimiliano Allegri an die delikate Aufgabe herantrauen?

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