NEUES FORMAT: «Mehr Action auf der Piste»

Morgen feiert der Parallelslalom in Courchevel bei den Frauen seine Premiere. Antreiber hinter dem neuen Skiwettkampf ist Atle Skaardal, Renndirektor im Frauen-Weltcup.

Valentin Oetterli (sda)
Drucken
Teilen
Wendy Holdener (links) fährt ein Parallelrennen im schwedischen Stockholm während eines sogenannten City Events. (Bild: KEY)

Wendy Holdener (links) fährt ein Parallelrennen im schwedischen Stockholm während eines sogenannten City Events. (Bild: KEY)

Valentin Oetterli (SDA)

Seit 2005 arbeitet Atle Skaardal für den Weltverband FIS als Chefrenndirektor im Frauen-Weltcup. Zum Aufgabenbereich des 51-jährigen Norwegers gehört die Entwicklung des alpinen Skirennsports. Deshalb wird morgen in Courchevel ein neues Wettkampf­format getestet: der Parallelslalom. Die besten 32 Fahrerinnen der Qualifikation, die vorgängig in einem Lauf von rund 35 Sekunden Dauer durchgeführt wird, kommen weiter. Sie werden dann für die K.o.-Runden am Abend gemäss Weltcup-Slalomstartliste in ein Tableau eingeteilt. In jeweils einem Lauf wird ermittelt, wer eine Runde weiterkommt. Skaardal selbst ist ein ehemaliger Skirennfahrer, der 1996 und 1997 Super-G-Weltmeister wurde.

Atle Skaardal, die Frauen testen morgen ein neues Wettkampfformat: ein Parallelslalom mit vorgängigem Qualifikationslauf. Was versprechen Sie sich davon?

Innerhalb der grossen FIS-Familie machen wir uns schon seit ein paar Jahren Gedanken, wie wir uns verbessern und entwickeln können. Wir wollen natürlich auch in Zukunft attraktiv bleiben und unseren jüngeren Fans etwas bieten können. Sie wollen hoffentlich solche kurzen Duelle, die mehr Action auf der Piste und schnellere Entscheidungen versprechen, vermehrt sehen.

Parallelslalom als Format...

...ist natürlich nicht superneu und haben wir schon im Weltcup. Ausserdem gibt es auch die City Events, welche sehr gut ankommen und mit welchen wir in die Städte gehen können. Dies ist für uns sehr interessant. Den neuen Parallelwettkampf sehen wir als guten Zusatz und nicht etwa als Ersatz für unsere Basisdisziplinen und Klassiker an. Es ist eine gute Möglichkeit, wie wir uns frischer präsentieren können.

Das heisst, es wird künftig mehr Parallelslaloms geben?

Ja, sofern es beim Publikum, den Fahrern und auch den Organisatoren einigermassen gut ankommt. Dann sehe ich schon, dass wir in Zukunft einen Parallel-Weltcup durchführen werden, zu welchem die City Events und auch die individuellen Parallelrennen zählen würden. Als Basis sähe ich rund fünf bis sechs Veranstaltungen pro Saison. Der Sieger und die Siegerin erhielten auch eine Kristallkugel.

Das heisst zugleich, die alpine Kombination wird definitiv verschwinden, nicht wahr?

Ich möchte nicht vorgreifen. Aber es ist kein Geheimnis, dass über die Kombination aus verschiedenen Gründen ständig diskutiert wird.

Welche Gründe sind das?

Aus sportlicher Sicht gilt es leider zu sagen, dass nur sehr wenige Athleten sowohl Abfahrt wie auch Slalom gut beherrschen. Zudem waren die Kombinationen in den vergangenen Jahren vor allem auf der Frauen-Seite eine wirtschaftlich sehr schwierige Übung. Als Folge, dass wir uns teils nicht allzu attraktiv präsentieren konnten, floss eben weniger Geld. Letztlich aber muss für den Weltcup-Betreiber auch die finanzielle Seite passen. Die Kombination trotz all den geplanten Neuerungen im Weltcup zu behalten, wird deshalb eher schwierig.

Und was wird mit der Kombination an Olympia?

Natürlich wollen wir die Anzahl Medaillen zumindest behalten. Warten wir mal ab, wie sich das Ganze in den nächsten paar Jahren entwickelt. Vielleicht haben wir aber bald auch eine indivi­duelle Parallel-Entscheidung an WM und Olympischen Spielen.

Im Moment tragen die Männer in Alta Badia und die Frauen in Courchevel ein ähnliches, aber eben nicht ganz deckungsgleiches Rennen aus. Das sollte dann schon noch vereinheitlicht werden, oder nicht?

Die genauen Eckpunkte müssen noch definiert werden. Ob dieser Wettkampf mit Slalom- oder Riesenslalom-Abständen ausgetragen wird, ist aus meiner Sicht sekundär. Entscheidender ist, dass wir auf Männer- und Frauen-Seite den gleichen Ablauf für die Qualifikation und zugewiesene Startposition haben. Das wird im Frühling zum Thema, und wir werden uns sicher auf eine gemeinsame Lösung einigen.

Aktuelle Nachrichten