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Neuer weist Konkurrent ter Stegen zurecht: «Ich bringe halt auch sehr gute Leistungen»

In Deutschland hat Barcelona-Keeper Marc-André ter Stegen neuen Diskussionsstoff rund um die Torhüterfrage im Nationalteam geliefert. Er kritisiert indirekt Bundestrainer Jogi Löw. Nun mischt sich auch Stammtorhüter Manuel Neuer ein – mit einer klaren Ansage in Richtung seines Konkurrenten.
Alessandro Crippa
Grüsst vom Platz an der Sonne: Deutschlands Nummer 1 im Tor, Manuel Neuer. (Bild: Keystone)

Grüsst vom Platz an der Sonne: Deutschlands Nummer 1 im Tor, Manuel Neuer. (Bild: Keystone)

Die Schweizer Nationalmannschaft hat ein Luxusproblem. Mindestens zwei Spieler hätten es verdient, das Tor der Nati zu hüten. Yann Sommer und Roman Bürki. Beide spielen sie in der Bundesliaga, beide sind sie die Nummer 1 in ihrem jeweiligen Klub und beide fallen sie regelmässig dank starken Leistungen und schnellen Reflexen positiv auf. In der Nationalmannschaft gibt es aber nur einen Platz zwischen den Pfosten – und der gehört seit dem Rücktritt von Diego Benaglio dem Gladbach-Hüter Yann Sommer. Bürki seinerseits legt seit Beginn dieses Jahres eine Pause – so nennt er es – in der Nati ein. Sollte Not am Mann sein, sprich, sollte Sommer ausfallen, stünde Bürki zur Verfügung.

Roman Bürki im Nationaldress: Ein seltenes Bild. Zurzeit macht er Pause in der Nati. (Bild: Keystone)

Roman Bürki im Nationaldress: Ein seltenes Bild. Zurzeit macht er Pause in der Nati. (Bild: Keystone)

Zwei Weltklasse-Torhüter in Deutschland

Auch Deutschland kennt die Thematik mit den Torhütern, die spielen wollen. Deutschland. Das ist das Land der guten Torhüter. Der sehr guten Torhüter. Das war schon immer so – insbesondere 2006 bei der Heim-WM. Kahn oder Lehmann, wer spielt? Am Ende war es Lehmann, Kahn musste unter anderem zusehen, wie sein «Feind» Deutschland im Elfmeterschiessen gegen Argentinien in den Halbfinal hexte. Immerhin wurde Kahn, dem Titan, immerhin das Bronzespiel ermöglicht.

Kahn verärgert, Lehmann erfreut: 2006 besetzte Lehmann (rechts) das deutsche Tor - bis auf eine Partie. (Bild: Keystone)

Kahn verärgert, Lehmann erfreut: 2006 besetzte Lehmann (rechts) das deutsche Tor - bis auf eine Partie. (Bild: Keystone)

Auch heute sind die Torhüter in Deutschland stark, zwei von ihnen verdienen das Prädikat Weltklasse. Zum einen Manuel Neuer, der seit Sommer 2011 das Tor vom FC Bayern München hütet, mit seinem Verein zwei Jahre später die Champions League gewinnen konnte und Deutschland 2014 zum Weltmeistertitel führte.

Zum anderen ist da aber auch Neuers Konkurrent, Marc-André ter Stegen. Er spielt beim FC Barcelona und wurde von der spanischen Zeitung Marca auch schon als Der heilige Marc-André betitelt. Im Nationalteam steht er dennoch hinter Neuer an, in der laufenden EM-Qualifikation kann er ebenso keinen Einsatz verzeichnen wie an der WM in Russland. Pikanterweise war Manuel Neuer vor dem Grossanlass lange verletzt, wurde von Jogi Löw aber trotzdem als Nummer 1 benannt und erhielt den Platz an der Sonne.

Der «heilige »Marc-André

Nach den letzten beiden Qualifikationsspielen gegen die Niederlande (2:4-Niederlage) und Nordirland (2:0-Sieg) ist Marc-André ter Stegen frustriert nach Hause gereist. Er wurde wieder nicht eingesetzt, Manuel Neuer dagegen führte die Deutschen als Captain an. «Es ist nicht einfach, eine Erklärung für das zu finden, was ich erlebe. Ich gebe in jedem Spiel mein Bestes, um die Entscheidung zu erschweren. Ich versuche trotzdem alles, aber diese Reise mit der Nationalmannschaft war ein harter Schlag für mich», sagte ter Stegen am Rande einer Sponsorenveranstaltung in Spanien, als er wieder zu seinem Verein zurückgekehrt war. Er wolle «maximal erfolgreich» sein und auch die Torhüterposition Nummer 1 im Nationalteam bekleiden. «Aber nicht um jeden Preis.» Schwingen in dieser Aussage bereits erste Rücktrittsgedanken mit? Oder vielleicht mehr Pausengedanken, wie bei Roman Bürki?

Marc-André ter Stegen fliegt durch die Luft und macht eine Chance des Gegners zunichte. In Barcelona ein gewohntes, in der Nationalmannschaft ein ungewohntes Bild. (Bild: Keystone)

Marc-André ter Stegen fliegt durch die Luft und macht eine Chance des Gegners zunichte. In Barcelona ein gewohntes, in der Nationalmannschaft ein ungewohntes Bild. (Bild: Keystone)

«Trapp und Leno wollen auch spielen»

Manuel Neuer andererseits lässt das Schicksal seines Konkurrenten weitestgehend kalt. Am Rande des Bundesliga-Spitzenspiels zwischen RB Leipzig und Bayern München wurde er nach seiner Meinung zur aktuellen Diskussion gefragt. Trocken entgegnete er: «Ich finde, dass ich gerade auch sehr gute Leistungen bringe.» Er, Manuel Neuer, liess es sich dann nicht nehmen, auch noch einen weiteren Giftpfeil in Richtung Marc-André ter Stegen abzugeben: «Wir haben ja auch noch einen Kevin Trapp und einen Bernd Leno. Das sind auch alles super Torhüter, die auch spielen wollen, aber immer auf der Bank sitzen. Die Torhüter müssen zusammenhalten.»

Den nächsten Auftritt hat die deutsche Nationalmannnschaft bereits im Oktober, wenn sie zuerst in einem Testspiel auf Argentinien trifft und sich danach in der EM-Qualifikation mit Estland misst. Die Einsatzchancen von Marc-André ter Stegen sind auch dann gering. Die Frage, die sich vor dem nächsten Aufgebot Jogi Löws stellt, ist: Befindet sich der Name des Barcelona-Keepers dann noch auf der Liste oder hat er sich zuvor zu einer Nationalmannschaftspause entschieden – nach schweizerischem Vorbild Roman Bürki.

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