Der SV Fides nach dem Umbruch – auch Lukas Linde hat bei den 1.-Liga-Handballern eine neue Rolle inne

Bei den 1.-Liga-Handballern des SV Fides hat sich viel verändert. Zudem hat das Team auch einen neuen Captain.

Fritz Bischoff
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Lukas Linde (Mitte) war in der vergangenen Saison mit 125 Toren der unbestrittene Topskorer seines Teams. (Bild: Michel Canonica)

Lukas Linde (Mitte) war in der vergangenen Saison mit 125 Toren der unbestrittene Topskorer seines Teams. (Bild: Michel Canonica)

Beim 1.-Liga-Team von Fides geht es Schlag auf Schlag. Am vergangenen Sonntag der 22:17-Auswärtsieg bei Fortitudo Gossau II, am Donnerstag der 30:26-Erfolg bei Seen und am Samstag folgt um 19 Uhr das Heimspiel im Athletik Zentrum gegen Andelfingen.

Dies ist das Spitzenspiel zwischen dem Leader aus dem Zürcher Weinland mit acht Punkten aus fünf Spielen und dem St.Galler Tabellenzweiten mit ebenfalls acht Punkten aus fünf Partien. Andelfingen belegt lediglich wegen der um sieben Treffer besseren Tordifferenz den ersten Platz.

Mit einem Sieg würde Fides die alleinige Leaderposition übernehmen. Damit könnten die St.Galler auf einen nahezu optimalen Start in die Meisterschaft zurückschauen, denn lediglich beim 21:27 gegen Frauenfeld mussten sie die Halle als Verlierer verlassen. «Wir verfügen in dieser Saison über ein Team, das eine sehr gute Mischung zwischen erfahrenen und jungen Spielern aufweist, wobei gerade die vielen Jungen noch ein grosses Entwicklungspotenzial in sich haben», sagt Erwin Ganz.

Linde: «Ich glaube, dass ich eine Führungsperson bin»

Er trainiert schon in der sechsten Saison zusammen mit Alex Usik das Team. Weiter ist Ganz davon überzeugt, dass sich seiner Mannschaft für die Zukunft interessante Perspektiven eröffnen, Perspektiven, die durchaus auch eine Liga höher sein könnten. Bestärkt wird er in seiner Meinung auch dadurch, dass Fides in dieser Saison noch nie in Bestbesetzung antreten konnte.

Alle Partien dieser Saison hat Lukas Linde bestritten. Der 23-Jährige ist in eine neue Rolle hineingewachsen. In der internen Mannschaftsabstimmung wurde er nach dem Rücktritt von Daniel Berger zum neuen Captain bestimmt. «Dieses Amt ist für mich einerseits eine Ehre und andererseits die Verpflichtung, auf und neben dem Spielfeld noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich glaube, dass ich eine Führungsperson bin», sagt der wurfstarke Rückraumspieler, der gestern gegen Seen sieben Tore erzielte.

Handballer seit dem Kindergarten

Begonnen hat die Karriere von Lukas Linde, wie jene seines Zwillingsbruders Jonas, der in der 2. Liga bei Goldach-Rorschach aktiv ist, schon im Kindergartenalter auf der Animationsstufe bei St.Otmar. Danach durchlief er alle Juniorenstufen, bis er 2016 in der NLA zu seinen ersten Einsätzen kam. Seine erste Partie in der höchsten Spielklasse war am 7. Februar 2016 gegen Pfadi Winterthur, seine ersten Tore erzielte er am 16. April 2016 gegen Wacker Thun. Er sagt:

«Es waren zwei Penaltys, die ich verwerten konnte. Doch leider war dies nicht der Anfang meiner Karriere in der Nationalliga A.»

Weil er in den folgenden zwei Saisons kaum zu regelmässigen Einsätzen gekommen sei, «wechselte ich auf die vergangene Saison definitiv zu Fides, nachdem ich die beiden Jahre zuvor noch eine Doppellizenz Fides/St.Otmar hatte».

Doch das Kapitel NLA ist für ihn noch nicht abgeschlossen. «Wenn sich nochmals ein Türchen öffnet, werde ich die Chance sicher nutzen.» An Ehrgeiz fehlt es nicht. Das ist kaum erstaunlich, denn seine Mutter hat ihm dies vorgelebt. Anke Stäbe kam vor genau 30 Jahren aus der ehemaligen DDR vom SC Magdeburg zum LC Brühl und war über Jahre für die Dominanz der St.Gallerinnen im Frauenhandball mitverantwortlich.