Neubeginn für Weinfelder Ringerteam

Nachdem es immer wieder Gerüchte um die Zukunft der NLA-Mannschaft der Ringerriege Weinfelden gegeben hat, ist es nun offiziell: Die Thurgauer ziehen sich zurück und kämpfen in diesem Jahr in der Regionalliga um Meisterschaftspunkte.

Michael Inauen
Drucken

ringen. Der Rückzug hat sich schon seit längerer Zeit angedeutet, in der letzten Saison hatte man trotz einiger guter Kämpfe alle acht Begegnungen verloren. Der Versuch, Abgänge von Routiniers durch eigene Nachwuchsleute zu kompensieren, brachte nicht die gewünschte Auffrischung ins Team. Einige der Jungen waren noch nicht so weit, in der obersten Liga bestehen zu können, und bei den älteren Semestern verschoben sich die Lebensschwerpunkte zunehmends in Richtung Familie und Beruf.

Rückzug als Chance

Die Verantwortlichen der Ringerriege haben erkannt, dass wohl die Nationalliga B im Moment die bessere Adresse für die Mannschaft wäre. Das Niveau in dieser Liga lässt es zu, dass man auch mal Juniorenringern eine Chance geben kann, ohne die Gefahr einer Niederlage einzugehen. Leider gab es aber im letzten Jahr keinen Absteiger aus der NLA, weil die Liga von fünf auf acht Mannschaften aufgestockt werden sollte. So blieb nun keine andere Wahl, als die erste Mannschaft zurückzuziehen.

Was bleibt, ist die ehemals zweite Mannschaft der Weinfelder, die in der Regionalliga ringt. Wie die neue Organisation dieser Mannschaft für die Kämpfe im Herbst genau aussehen wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Sicher aber ist, dass die Zuschauer eine junge und siegeshungrige Mannschaft sehen wird, deren Ziel der direkte Aufstieg in die Nationalliga B sein wird.

Ende eine Ära

Mit diesem Schritt geht in Weinfelden eine besonders erfolgreiche «Ringer-Ära» zu Ende. Begonnen hatte diese Ära Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre. Während die Aktiv-Mannschaft zu der Zeit in der Regionalliga und Nationalliga B nur mit mässigem Erfolg mitringen konnte, trainierte unter den Fittichen des damaligen Jugendtrainers Jakob Tanner eine Schar Kinder, die es schon bald zu ersten Erfolgen bringen sollte.

Die Jugendmannschaft wurde bald zur besten Nachwuchstruppe des Landes und sicherte sich in den Neunzigerjahren Titel und Pokale am Laufmeter.

Ab Mitte der Neunziger kamen die ersten Nachwuchsleute dann ins Juniorenalter und waren so in den oberen Ligen startberechtigt. Mit den Jungen kam dann auch der Erfolg in die Aktivmannschaft, die im Jahre 1999 erstmals seit den Siebzigerjahren den Aufstieg in die NLA schaffte.

Viele der Mannschaftskämpfer waren noch sehr jung und das Niveau in der obersten Liga um einiges höher als gewohnt, und so folgte der direkte Wiederabstieg. Doch bereits in der folgenden Saison sicherten sich die schon etwas gereifteren Mittelthurgauer den Aufstieg wieder, wo sie bis dato verblieben. Viermal holte sich die Truppe die Bronzemedaille, doch das grosse Ziel – den Finaleinzug – verpasste man mehrere Male nur hauchdünn.

In der gleichen Zeit holten sich die Weinfelder Aktivringer mehr als 20 Schweizer-Meister-Titel an den Einzelwettkämpfen und vertraten etliche Male die Schweizer Farben an Europa- und Weltmeisterschaften.

Zukunft beginnt jetzt

Die Ringerriege Weinfelden wird trotz dieses Schrittes ihren Weg weitergehen. Immer noch verfügt sie über internationale Spitzenathleten und hoffnungsvollen Nachwuchs.

Das Vereinsleben ist vielfältig, vom vierjährigen Purzelbaumschlager im Kiri bis zum 60jährigen Hantelstemmer im Fitness, bewegen sich einige Dutzend Sportlerinnen und Sportler regelmässig in einer der verschiedenen Trainings. Gerade das Kinderringen (Kiri), macht zurzeit eine erfreuliche Entwicklung. Das Kiri ist «Ringertraining» für die kleinsten, welches jeden Samstagmorgen stattfindet.

Dort lernen sich 4- bis 6jährige Kinder zu bewegen und ihre Energie auf spielerische Art und Weise rauszulassen.

Die Saison in der Regionalliga beginnt Mitte September. Man darf jetzt schon gespannt sein, wie sich das «neue» Weinfelder Team präsentieren wird.

Aktuelle Nachrichten