Neff hinter dem Regenbogentrikot her

Die Schweizer gehören an der Mountainbike-WM in Andorra zu den Topfavoriten. Nebst Nino Schurter wird vor allem Jolanda Neff im olympischen Cross Country am Samstag eine Goldmedaille zugetraut. Die erst 22jährige St. Gallerin tritt erstmals bei der Elite an.

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MOUNTAINBIKE. Aus Schweizer Sicht könnten die Aussichten für die heute beginnende WM in Vallnord nicht besser sein. Dass beide Siege im Gesamtweltcup in die Schweiz gehen wie in dieser Saison, hat es noch nie gegeben. Der Bündner Nino Schurter setzte sich bei den Männern ebenso souverän durch wie Jolanda Neff bei den Frauen. Die 22jährige St. Gallerin gewann an den sechs Stationen dreimal und war nie schlechter als Vierte. Ihr Selbstvertrauen ist riesig.

«Ich will immer gewinnen»

«Seit ich Rennen fahre, gewinne ich», sagt die Thalerin lachend und erzählt von ihrem ersten Sieg im ersten Rennen als kleiner Knopf. «Und wenn du nachher immer wieder triumphierst, kommst du nicht mehr von diesem Gefühl los. Das ist der Grund, weshalb ich diesen Sport betreibe», so Neff. «Ich will immer gewinnen – diesmal das Regenbogentrikot der Weltmeisterin.»

Die Ostschweizerin darf erstmals überhaupt um eine WM-Medaille bei der Elite fahren. In den vergangenen Jahren hatte sie jeweils in der U23-Kategorie antreten müssen. Und auch heuer hätte sie vom Reglement her eigentlich bei den «Espoirs» mittun müssen. Doch die Verbände ermöglichen ihr mit einer Ausnahmebewilligung den vorzeitigen Schritt auf die höchste Stufe. 2014 in Hafjell gab es Diskussionen, ob Catharine Pendrel eine verdiente Elite-Weltmeisterin sei, weil sich die Kanadierin damals nicht mit Gesamtweltcup-Siegerin Neff messen musste.

Ungewöhnliche Höhenlage

Die grösste Herausforderung in Vallnord wird die ungewöhnliche Höhenlage sein. Die WM-Rennen werden auf rund 2000 Metern über Meer ausgetragen, wo die Luft für die Ausdauersportler dünner ist und die Lungen quasi brennen. Schurter denkt jedoch, dass die besten Fahrerinnen und Fahrer keine Mühe damit haben, weil sich alle in den vergangenen Wochen auf diesen Umstand eingestellt haben. Neff absolvierte ihre unmittelbare WM-Vorbereitung auf dem Bernina-Pass. (si/mat)