NBA: Final der Superlative

Zum dritten Mal in Folge stehen sich die Golden State Warriors und die Cleveland Cavaliers im Playoff-Final gegenüber. Das ist nur eine von mehreren historischen Bestmarken in der Finalserie.

Drucken
Teilen
LeBron James von den Cleveland Cavaliers steht zum siebten Mal in Folge im Final um den Meistertitel in der NBA. (Bild: Tony Dejak/AP)

LeBron James von den Cleveland Cavaliers steht zum siebten Mal in Folge im Final um den Meistertitel in der NBA. (Bild: Tony Dejak/AP)

Es gibt Leute, die das Geschehen in der NBA als langweilig bezeichnen. Zum dritten Mal in Serie treffen sich im Playoff-Final ab morgen die Golden State Warriors und die Cleveland Cavaliers, die auch in diesem Jahr die beiden dominierenden Equipen im nordamerikanischen Basketball waren. Warriors-Forward Draymond Green teilt die Einschätzung der Langeweile indes nicht. «Es spielen zwei grossartige Teams gegeneinander», sagt er. «Wir erleben gerade Aussergewöhnliches, das die Leute wohl erst zu schätzen wissen werden, wenn wir uns nicht mehr jährlich gegenüberstehen.»

Beide Mannschaften haben auf dem Weg in den Final Historisches erreicht. Die Warriors sind das erste Team, das mit zwölf Siegen in Folge in die Finalserie eingezogen ist. 2001 waren die Los Angeles Lakers bis zum Final ebenfalls unbesiegt geblieben. Damals wurde indes die erste Runde nur in einer Best-of-5-Serie ausgetragen. Sollten die Warriors auch gegen die Cavaliers vier Siege aneinanderreihen, wäre das der erste «Sweep» im Final seit 2007, als San Antonio Cleveland keine Chance liess.

Ein Biest wartet

Die Warriors, das Team aus Oakland, haben ihre bisherigen Partien mit einem durchschnittlichen Vorsprung von 16,3 Punkten gewonnen. Es überrascht deshalb nicht, spricht Clevelands LeBron James im Zusammenhang mit dem nächsten Gegner auch von einem «Biest», das auf ihn und seine Teamkollegen warte. Ob die Cavaliers eine Chance haben werden, ihren Titel erfolgreich zu verteidigen, wird stark davon abhängen, wie dominant der Superstar in dieser Serie agiert.

Der 32-jährige James befindet sich wieder einmal in beneidenswerter Form. Zum besten Zeitpunkt. Er überholte sein Jugendidol Michael Jordan als besten Skorer der Playoff-Historie. In 212 Partien gelangen dem dreimaligen Champion 5995 Punkte. Das ist umso bemerkenswerter im Wissen, dass das Skoren für James nie Priorität hatte. Vielmehr macht er mit seiner Fähigkeit, das Spiel zu lesen, die Mitspieler besser. «Ich überlege mir immer, wie ich einen Einfluss aufs Spiel haben kann, auch wenn ich selber nicht punkte», sagt James. «Das war schon immer meine Einstellung.»

Siebte Finalserie in Folge

James, der zum siebten Mal in Folge eine Finalserie bestreitet, ist mit 40,9 Minuten pro Spiel der am zweitmeisten eingesetzte Spieler in diesem Playoff. Bei den Warriors hat Green als Leader in dieser Sparte im Schnitt sechs Minuten weniger absolviert. Die physische Frische ist neben dem Fakt, dass die Warriors in vielen Statistiken überlegen sind und unter anderem sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive stellen, ein weiterer Faktor, der die Warriors noch stärker in die Favoritenrolle hievt. «Das wird uns helfen», sagt Warriors-Guard Stephen Curry. (sda)