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NBA: Er hat es doch noch geschafft

Kevin Durant erfüllt sich im ersten Jahr bei den Golden State Warriors seinen Kindheitstraum. Nach einigen vergeblichen Anläufen krönt der 28-jährige US-Superstar seine NBA-Karriere mit dem Titel.
Uli Schember (sid)
Kevin Durant, achtmal NBA-All-Star, zweimal Olympiasieger und einmal Weltmeister, ist nun auch NBA-Champion. (Bild: Marcio Jose Sanchez/AP)

Kevin Durant, achtmal NBA-All-Star, zweimal Olympiasieger und einmal Weltmeister, ist nun auch NBA-Champion. (Bild: Marcio Jose Sanchez/AP)

Uli Schember (SID)

Mama Wanda war eilig auf das Spielfeld gestürmt. «Du hast es geschafft, schau mich an, du hast es geschafft», rief sie und zog Kevin Durant immer wieder am Kinnbart. Nach Jahren des Scheiterns hat der Superstar seinen ersten NBA-Titel geholt. Der Wechsel zu den Golden State Warriors war der richtige Schritt, spätestens jetzt gibt es daran keinen Zweifel mehr.

Spät hat es der 28-jährige Durant ins Ziel geschafft. Die vielen vergeblichen Anläufe haben Spuren hinterlassen, vor dem letztlich entscheidenden fünften Spiel der Finalserie gegen die Cleveland Cavaliers war der viermalige Topskorer der Liga ein seelisches Wrack. «Ich konnte zwei Tage nicht schlafen. Ich war ängstlich, ich war nervös», sagte Durant in der eigenen Halle in Oakland, Kalifornien, nach dem 129:120, das den 4:1-Erfolg in der Best-of-7-Serie besiegelte. «Wir waren heute wirklich gut», fügte er an, doch es sei schwierig gewesen: «Man muss den Hut auch vor Cleveland ziehen.» Bei den Cavaliers, Gegner in den vergangenen drei Finals, war der Respekt genauso gross. LeBron James kam als erster Gratulant, der enttäuschte Star des Titelverteidigers umarmte Durant herzlich. James stand zum siebten Mal nacheinander im Final, zum achten Mal insgesamt; er bleibt vorerst bei drei Titeln.

James stark, doch das genügte nicht

In der Begegnung der beiden mit Abstand besten NBA-Teams, die vollkommen problemlos durch das Playoff marschiert waren, stand James zu oft auf verlorenem Posten. Auch am Montag zeigte der 32-Jährige mit 41 Punkten, 13 Rebounds sowie 8 Assists eine überragende Leistung und beendete den NBA-Final als erster Spieler mit einem Triple-Double im Schnitt (33,6 Punkte/12,0 Rebounds/10 Assists). Es reichte dennoch nicht. Und so wurde diesmal Durant gefeiert. Mit Oklahoma City Thunder war Durant immer wieder auf dem Weg zur Larry O’Brien Trophy gescheitert, die bitterste Enttäuschung war das Jahr 2012, als es in den Finals ein 1:4 gegen Miami Heat und LeBron James absetzte. «Ich habe ihm gesagt: Jetzt sind wir quitt», sagte Durant, der Mann des Tages, mit 39 Punkten bester Werfer seines Teams. An seiner Seite überzeugte auch Stephen Curry, bislang das Gesicht der Warriors, mit 34 Punkten und 10 Assists.

Durant, achtmal NBA-Allstar, zweimal Olympiasieger, einmal Weltmeister, hat endlich die wichtigste Trophäe in der Hand. Natürlich wurde er als wertvollster Spieler der Finals ausgezeichnet, und natürlich genoss er es, mit Strömen von Alkohol übergossen zu werden. «Ich wollte den Titel so sehr. Ich wollte die Champagnerdusche», sagte Durant, der zum Schutz gegen die Partybrause eine Skibrille trug – ein neuer Trend im US-Sport. Am meisten freute er sich für seine Mutter. «Sie hat gesehen, wie ich als Kind an mir gearbeitet habe. Sie hat gesehen, wie ich nach Niederlagen nach Hause gekommen bin, wie mich das mitgenommen hat.» Die Botschaft an die Mama war einfach: «Wir haben es geschafft. Das habe ich dir prophezeit, als ich acht Jahre alt war.»

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