Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NBA: Der unbesungene Held

Clint Capela hat bei den Houston Rockets grossen Anteil am derzeitigen Erfolg. Der Genfer Center hat sich enorm weiterentwickelt und dürfte bald der bestbezahlte Schweizer Mannschaftssportler sein.
Simon Scheidegger (sda)
Roland Keninis (rechts) feiert seinen Siegtreffer. (Bild: KEY)

Roland Keninis (rechts) feiert seinen Siegtreffer. (Bild: KEY)

Simon Scheidegger (SDA)

Manchmal werden in den sozialen Medien abenteuerliche Debatten geführt. James Harden, Chris Paul und Clint Capela ­seien besser als Michael Jordan, Scottie Pippen und Dennis Rodman, behaupteten kürzlich ein paar User auf Twitter. Hier drei Spieler, die momentan in der NBA Aufsehen bringen, die Liga mit den Houston Rockets souverän anführen, in ihren Karrieren aber noch nie eine Meisterschaft gewonnen haben; da das «Magic Trio», das die Chicago Bulls zwischen 1996 und 1998 dreimal zu Titelehren führte und längst in die Ruhmeshalle der Liga aufgenommen wurde.

So gewagt die Behauptung wirkt, so zeigt sie doch einiges: dass der Glaube an den ersten ­Titel seit 1995 im Umfeld der ­Texaner so gross ist wie selten, dass sich anfängliche Zweifel, ob die beiden dominierenden Spielmacher Harden und Paul nebeneinander agieren können, längst verflüchtigt haben. Und dass aus Capela, dem schmächtigen Jungen aus dem Genfer Arbeiterviertel, nicht nur ein etablierter NBA-Profi geworden ist, sondern einer, dem sie in den USA Grosses zutrauen.

Capelas Selbstvertrauen

Die Rockets bestreiten gerade die erfolgreichste Saison ihrer 51-jährigen Vereinsgeschichte. In der Nacht auf Montag feierten sie bei den Atlanta Hawks ihren 60. Sieg in der Qualifikation und übertrafen damit bei acht ausstehenden Partien die alte Bestmarke bereits um zwei Siege. Wenn Harden, Paul und Capela allesamt zum Einsatz kamen, haben die Rockets von 41 Partien nur zwei verloren. Das verleitete einen lokalen TV-Analysten unlängst zur Aussage, die Rockets hätten das ganze Jahr über nur vier Partien verloren und einen Rekord ­aufgestellt, wenn das Trio die ­gesamte Saison hätte bestreiten können. In Houston hat sich eine Mentalität des Siegens eingenistet. Von Ende Januar bis Mitte März blieben die Rockets während 17 Partien ungeschlagen. «Clint hat grossen Anteil an unserem Erfolg», sagt Mike D’Antoni. «Ich weiss nicht, ob wir ohne ihn auch nur halb so viele Siege hätten.» Der Coach lobt die Energie des 23-Jährigen, seine harten, gut gesetzten Blöcke und seine verbesserte Verteidigungsarbeit. Bereits zweimal verzeichnete Capela in seiner vierten NBA-Saison nicht weniger als sechs Blocks. Zuletzt im Spiel gegen New Orleans am Samstag, in dem sich Capela zudem 18 Punkte, 16 Rebounds und 3 Steals notieren liess. Der letzte Rockets-Spieler, der derartige Zahlen vorweisen konnte, war Clublegende Hakeem Olajuwon 1993, dessen Nummer 34 längst unter dem Hallendach hängt. «Das ist es, was ich mache», sagte Capela ­danach den Lokalmedien und offenbarte ein Selbstbewusstsein, das bisweilen auch schon als ­arrogant ausgelegt wurde. Dann nämlich, als er sich nach dem Sieg gegen die Golden State Warriors im Januar zur Aussage hinreissen liess, die Rockets seien stärker als der haushohe Titel­favorit, der momentan mit Verletzungssorgen zu kämpfen hat.

D’Antonis Huldigung

Das Magazin «The Ringer» bezeichnet Capela als «unbesungenen Helden» der Rockets-Offensive. Auf ihn sind die Augen selten gerichtet. Er ist nicht der, der sich durch eine spektakuläre Einzelaktion an den Verteidigern vorbeimogeln oder aus grosser Distanz den Ball im Korb versenken kann. Das ist die Aufgabe von Harden und Paul. Mit seiner Präsenz unter dem Korb schafft Capela jedoch Platz für seine Teamkollegen, und wenn ihn sein Verteidiger ausser Acht lässt, ist er bereit.

Kein Spieler hat in dieser ­Saison bisher mehr gedünkt als Capela (198-mal), weshalb es nicht überrascht, ist er mit 65,6 Prozent verwandelter Würfe erneut der treffsicherste Spieler der Liga. Und bald, mit dem nächsten Vertrag, dürfte auch der grosse Zahltag kommen. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.