NATIONALTEAM: «Ich weiss, was ich kann»

Xherdan Shaqiri kaschiert mit genialen Toren enttäuschende Phasen seiner Karriere. Ob sein Laufbahnentwurf mit Stoke vereinbar ist, bleibt offen.

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Xherdan Shaqiri ist ein Unikum, zumindest für Schweizer Verhältnisse. Auf den Plattformen der sozialen Medien verfolgt ein Millionenpublikum, was Shaqiri unternimmt, wie er sich in der Freizeit kleidet und wann er in einem Kraftraum Gewichte stemmt. Dass er längst nicht mehr als Star von Bayern München in das Nationalteam einrückt, sondern als Mittelfeldspieler der City aus Stoke, spielt in der öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle. Shaqiri ist und bleibt der Skorer mit dem Flair für grosse Momente. Wohlwollenden Kommentatoren bleiben seine Traumtore in Erinnerung, für seine Anhänger sind längere Timeouts verschmerzbar. Rückblicke sind primär für positive Ereignisse reserviert. Über seine persönlichen Highlights spricht Shaqiri ziemlich ungefiltert: «Ich weiss, was ich kann und welche Qualitäten ich besitze.» Dass er nach seinem wunderbaren EM-Tor gegen Polen bis zum Hocheckschuss im Test gegen die Weissrussen elf Monate nicht mehr getroffen hat in der Nationalmannschaft, lässt ihn kalt: «Mich zeichnete schon immer aus, in entscheidenden Szenen aufzufallen.»

Shaqiri hat Aussergewöhnliches vor

Im Schweizer Dress ist er für das Entertainment zuständig. Etwas diffuser hingegen verläuft seine Karriere in England. In den Midlands ist er bisher keine mitreissende Figur. Der Output ist für seine Verhältnisse überschaubar: sieben Treffer und einige Assists in zwei Saisons. Offenbar verspürt Shaqiri jedoch keine Lust auf graues Mittelmass, er führt eine andere Agenda, er denkt noch immer wie das ehemalige Bayerntalent, dem alle Türen offen stehen. Shaqiri hat Aussergewöhnliches vor: «Ich will den Klub nach vorne bringen, ich stehe immer mit Ambitionen auf dem Feld.» Er wolle wieder um Titel spielen, sagt er. Mit Stoke? «Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.» (sda)