Nadal ist so dominant wie noch nie

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Tennis Rafael Nadal ist ein höf­licher Mensch. Nach seiner 6:3, 6:4, 6:0-Demonstration im Halbfinal gegen Dominic Thiem meinte er über den aufstrebenden Österreicher: «Er war etwas unglücklich. Er hatte auch seine Chancen.» In Wirklichkeit war die Partie fast so einseitig wie die fünf vorangegangenen Partien des Mallorquiners. Thiem gelang zwar gleich im ersten Game ein Break, danach zog Nadal aber unwiderstehlich davon und machte in nur etwas mehr als zwei ­Stunden alles klar. Thiem, der im Viertelfinal Titelverteidiger Novak Djokovic deklassiert und in Rom vor drei Wochen als Einziger in diesem Jahr Nadal auf Sand bezwungen hatte, muss sich nicht schämen. Der 30-jährige Nadal tritt im Moment so dominant auf wie bei keinem seiner bisher neun Triumphe in Roland Garros. Bei den sechs Siegen auf dem Weg in den Final gab er nur gerade 29 Games ab und verpasste den Rekord von Björn Borg (1978) nur um zwei Spiele. 2012 hatte er selber auf dem Weg in den Final 35 Games verloren.

«Die Anzahl Games ist mir völlig egal», sagte Nadal. «Ich bin einfach sehr glücklich, dass ich gut spiele und wieder im Final stehe.» Der letzte Sieg an der Porte d’Auteuil liegt für seine Verhältnisse ewige drei Jahre zurück. 2015 verlor Nadal im Viertelfinal gegen Novak Djokovic, im letzten Jahr musste er vor der dritten Runde mit einer Verletzung im Handgelenk aufgeben. Nun ist er zurück, völlig fit und mit viel Selbstvertrauen. Dennoch warnt er vor dem Final gegen Wawrinka: «Das wird ganz schwierig. Stan schlägt sehr hart.» (sda)

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