Kolumne

Nachwuchstrainer gesucht

Den Vereinen fehlen Trainer und Betreuer. Natürlich ist die Herausforderung grösser, ein Juniorenteam zu trainieren, als selbst auf dem Platz zu stehen. Doch es ist auch eine Genugtuung, Jugendliche zu guten Sportlern zu formen.

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Unser Kolumnist René Bühler..

Unser Kolumnist René Bühler..

Benjamin Manser

Haben Sie selbst in der Jugend in einem Verein gespielt und davon profitiert, dass sich Freiwillige als Trainer zur Verfügung gestellt haben? Wenn Sie zu diesen vielen tausend Erwachsenen gehören und bisher noch nie als Betreuer etwas zurückgeben konnten, nun wäre der Moment dafür.

In der Ostschweiz sind Hunderte von Funktionen im Juniorenbereich des Fussballs zu vergeben. Natürlich ist es im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden, eine Gruppe Jugendlicher zu trainieren. Dies trifft vor allem im Breitensport zu, wo die jungen Sportler nicht von der grossen Karriere träumen können. Im Kinderfussball ist der Ansturm der Buben und Mädchen immer noch sehr gross. In einigen Vereinen gibt es deshalb Wartelisten. Bei den Kleinsten sind die Trainer noch etwas einfacher zu finden, aber kommen diese Kinder in die Pubertät und reifen zu jungen Erwachsenen heran, verschieben sich deren Interessen und Verfügbarkeiten.

Eltern sollen keine «kleine Trainer» sein

Dazu kommen die Eltern. Viele haben nicht verstanden, dass sie nicht «kleine Trainer» sein müssen, sondern einfach nur zum Spiel gehen und besonnen zuschauen sollen. Gerade wenn das Kind nicht so talentiert ist, schätzt es die elterliche Unterstützung noch viel mehr. Papa von einem grossen Talent zu sein, ist einfach, Mama von einem mässig talentierten Athleten zu sein und trotzdem das Kind zu unterstützen, ist gelebte Liebe. Diese positive Unterstützung brauchen auch die Trainer, damit sie sich während des Spiels nicht auch noch um die Eltern kümmern müssen.

Gerade deshalb braucht es bei den 14- bis 19-Jährigen gestandene Persönlichkeiten als Übungsleiter und Betreuer. Die Vereine sind auf ehemalige oder immer noch aktive Sportler angewiesen. Wenn jeder mit eigener Juniorenvergangenheit während dreier Jahre eine Trainerfunktion ausüben würde, hätten die Vereine stets genügend Personal zur Verfügung. Natürlich ist die Herausforderung grösser, ein Juniorenteam zu trainieren, als selbst auf dem Tennisplatz zu stehen oder im Fitnesscenter nur Konsument zu sein. Auf der anderen Seite kann man von seinem Berufsalltag nie besser eine Auszeit nehmen als während der Trainings oder der Spielen seiner Mannschaft.

Die Junioren lassen einem keine Zeit, an eine Pendenz zu denken, die man im Geschäft hinterlassen hat.

Es ist zudem eine grosse Genugtuung, mitzuhelfen, eine Gruppe Jugendlicher zu anständigen Menschen und guten Sportlern zu formen. Wenn es gelingt, diese Jungen und Mädchen im Training zu begeistern, ihr Bestes zu geben und gerade auch mit einer Niederlage vernünftig umzugehen, ist die Hälfte der Arbeit schon getan.

Ich für meinen Teil wäre heute nicht die Person, die ich bin, wenn ich nicht viele Jahre als Juniorentrainer aktiv gewesen wäre und seit über drei Jahrzehnten in der Vereinsleitung mitwirken würde. Melden Sie sich jetzt bei ihrem Jugendverein. Sie werden mit offenen Armen empfangen.

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Bierduschen müssen nicht sein

Es ist eine Freude, die mehrheitlich jungen Anhänger in den Fankurven zu erleben. Mindestens jene Mehrheit, die sich so verhält, wie man sich dies ­vorstellt. Die Fans singen, tanzen, schwenken Fahnen, und während der Woche arbeiten sie stundenlang an ihren Choreos. Diese Fans sind ein Gewinn für jeden Verein.
René Bühler