NACHWUCHSHOFFNUNGEN: Schweizer Schwimmer vor einer besseren Zukunft

Seit 2008 und Flavia Rigamontis Rücktritt verfügt Swiss Swimming über kein Aushängeschild mehr, das an Grossanlässen Medaillenchancen hat. Die Lücke will der Genfer Jérémy Desplanches füllen. Zudem stossen Jahrzehnttalente nach.

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Im aktuellen Leistungssport-Bulletin von Swiss Swimming wird dargelegt, dass die Langbahn-EM für den Verband der wichtigste Wettkampf ist, um die von Swiss Olympic und der Sporthilfe geforderten Zielvorgaben zu erreichen. Da die Schwimmer erst seit 2016 wieder im obersten Fördertopf eingestuft sind, ist ein gutes Abschneiden an den kommenden Titelkämpfen in Schottland im August Pflicht, um sich auch künftig der maximalen Unterstützung sicher zu sein. «Ohne ihm zusätzlich Druck auferlegen zu wollen: Jérémy Desplanches ist natürlich unsere grösste Hoffnung für Glasgow», sagt Markus Buck, der Leistungssport-Chef von Swiss Swimming. Des­planches sagt: «Vor einigen Jahren war es noch unrealistisch, von einem Podestplatz zu sprechen. Nun erscheint mir eine Medaille zwar nicht als logische Folge, so aber doch als möglich.» Die WM im Sommer 2017 zeigte dem 23-Jährigen, dass er über 200 m Lagen in Europa zu den Allerbesten gehört. Als WM-Achter in Budapest war er der drittbeste Europäer. Ebenfalls über 200 m Lagen darf sich Maria Ugolkova Aussenseiterchancen ausrechnen. Bei der Kurzbahn-EM im letzten Dezember in Kopenhagen fehlten der gebürtigen Russin als Vierter bloss 21 Hundertstel zur Bronzemedaille. Im Februar allerdings musste die Schwimmerin des SC Uster-Wallisellen einen krankheitsbedingten Rückschlag hinnehmen.

Vier Überflieger im Nachwuchs

Einiges zuzutrauen ist auch Yannick Käser, der schon 2012 erstmals in einem EM-Final (über 200 m) sowie an Olympischen Spielen dabei war. Mit seinem letztjährigen Landesrekord von 2:10,37 gehört er in Glasgow zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter. Mittlerweile verfügt Swiss Swimming auch auf Stufe Nachwuchs wieder über einige sehr interessante Schwimmer. Der Zürcher Antonio Djakovic (15), der Tessiner Noè Ponti (16), der Genfer Roman Mityukov (17) und der Berner Thierry Bollin (18) haben letzte Woche an den Schweizer Meisterschaften in Genf mindestens einmal ge­wonnen. Diese vier seien «aus Schweizer Sicht Überflieger», sagt Dave Burkhardt. Auch wenn das Quartett im Juniorenbereich «leider nicht» (Burkhardt) die Normalität darstelle, «so ist die Entwicklung beim Verband in den vergangenen Jahren doch positiv», so der Swiss-Swimming-Nachwuchschef.

Valentin Oetterli (SDA), Genf