NACHGEFRAGT

«Ich fühlte mich zu Hause» Der Thurgauer Michael Albasini hat am Samstag die achte Etappe der Tour de Suisse von Bischofszell nach Arosa nach einem Fluchtunternehmen über 135 km als Solosieger gewonnen. Haben Sie nach Ihrem Triumph gut geschlafen? Nein.

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Michael Albasini Radprofi (Bild: Quelle)

Michael Albasini Radprofi (Bild: Quelle)

«Ich fühlte mich zu Hause»

Der Thurgauer Michael Albasini hat am Samstag die achte Etappe der Tour de Suisse von Bischofszell nach Arosa nach einem Fluchtunternehmen über 135 km als Solosieger gewonnen.

Haben Sie nach Ihrem Triumph

gut geschlafen?

Nein. Ich konnte kaum einschlafen. Nicht wegen der Müdigkeit, sondern weil ich versuchen musste, die Emotionen eines erlebnisreichen Tages zu verarbeiten.

Was Ihnen anscheinend

nicht gelungen ist.

Ich schaute mir im Fernsehen die Zusammenfassung an. Dann kamen die Glücksgefühle wieder hoch. Solche verspürte ich schon bei der Passage durch den Wohnort Gais. Die Plakate, die beschrifteten Leintücher haben mich enorm gefreut und motiviert. Ich fühlte mich zu Hause.

Verspürten Sie in Arosa

auch eine gewisse Genugtuung?

Wenn ich die Frage auf mich beziehe, dann schon. Ich war mir nach den Spitzenplätzen im Sprint nicht mehr ganz sicher, ob ich aufwärts kommen würde. Die persönliche Genugtuung ist gross, dass es geklappt hat und die Form im Hinblick auf die Tour de France stimmt.

Staunen Sie im nachhinein

über Ihren Mut?

Die ganze Situation war speziell, weil ich den Angriff angekündigt hatte und es mehrere kritische Situationen zu überstehen gab. Irgendwann gab es nur noch «Alles oder Nichts». Aber ehrlich gesagt: Unterwegs war ich mir nicht immer sicher, ob die Flucht gelingen könnte. Die letzten fünf Kilometer waren extrem.

Ärgert Sie der Verlust des Bergpreis-Leadertrikots auf der letzten Etappe?

Dies ist mir egal. Auch wer die Tour de Suisse gewonnen hat. Mir ging es darum, ins Ziel zu kommen, aber ich war zu müde und stieg nach dem Glaubenberg ins Teamauto ein. Ich wollte nicht unnötig Kräfte verlieren. (uhu)