NACHGEFRAGT

«Wir wollen nicht nur gewinnen» St. Gallen ist nach dem 2:0 gegen Zürich weiter Leader in der Super League. Beim Sieg im Letzigrund war auch einiges Glück dabei, gibt selbst Philippe Montandon zu. In der zweiten Hälfte hätten sie aber Charakter gezeigt.

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Philippe Montandon Verteidiger FC St. Gallen (Bild: Quelle)

Philippe Montandon Verteidiger FC St. Gallen (Bild: Quelle)

«Wir wollen nicht nur gewinnen»

St. Gallen ist nach dem 2:0 gegen Zürich weiter Leader in der Super League. Beim Sieg im Letzigrund war auch einiges Glück dabei, gibt selbst Philippe Montandon zu. In der zweiten Hälfte hätten sie aber Charakter gezeigt. Fürs Spitzenspiel am Montag gegen die Grasshoppers müsse jeder einzelne zulegen, fordert der Captain.

Hand aufs Herz. Wie viel Glück war dabei, dass es gegen den

FC Zürich zum Sieg gereicht hat?

In der ersten Halbzeit mussten wir das Glück in Anspruch nehmen, das stimmt. In den zweiten 45 Minuten war es aber auch Können. Wobei Daniel Lopar schon in der ersten Hälfte mehrere Male sein Können gezeigt hat.

Dass Lopar überhaupt so viel zu tun hatte, lag auch an der Abwehr, die zu viel zuliess.

Ist das vor allem auf die Umstellungen zurückzuführen?

Es braucht immer Zeit, um sich in der Abwehr zu finden. Gegen den FC Zürich waren es gleich zwei Umstellungen. Aber die Verteidigung beginnt schon weiter vorne, und da hat – im Vergleich zu den Spielen zuvor – auch nicht alles gestimmt. Dies klappte in der zweiten Halbzeit besser.

Wie war die Stimmung

in der Pause, als der FC St. Gallen trotz Unterlegenheit führte?

Uns war schon bewusst, dass wir Glück hatten. Jeff Saibene sagte uns in der Kabine, dass wir zulegen, dass wir präsenter sein müssen. Dass wir das geschafft haben, ist toll und zeugt vom Charakter unserer Mannschaft.

Aber nach dem Spiel herrschte nicht die grosse Euphorie.

Das stimmt, wir haben einen Sieg schon ausgelassener gefeiert. Aber auch das spricht für die Mannschaft: Denn wir wollen nicht nur gewinnen, wir wollen auch gute Leistungen zeigen. Das ist uns gegen Zürich nicht restlos geglückt.

Und dennoch hat der Club gewonnen. Ist der FC St. Gallen nun also eine Spitzenmannschaft?

Wir haben Qualität. Dass wir diese gegen den FC Zürich lange nicht abrufen konnten, lag zu einem grossen Teil auch am starken Gegner. Das darf man nicht vergessen. Aber zurück zur Frage. Sicher, es läuft uns derzeit gut. Und wir sind Erster, also sind wir eine Spitzenmannschaft.

Nun folgt am Montag bereits die nächste Herausforderung, das Spitzenspiel gegen die zweitplazierten Grasshoppers.

Da dürfte die Leistung vom Mittwoch nicht genügen.

Wir wissen, dass wir nicht mehr so lethargisch in ein Spiel starten dürfen. Denn es steht fest, dass das nicht immer gutgeht. Jeder einzelne muss also zulegen.

Was muss die Mannschaft

konkret ändern, um am Montag erfolgreich zu sein?

Wir müssen wieder stabiler werden, vielleicht auch etwas mehr laufen. Und wir müssen bei Ballbesitz sicherer agieren, dann geraten wir nicht mehr derart unter Druck. (mz)