NACHGEFRAGT

«Ich zerbreche mir nicht den Kopf» Der Thurgauer Daniel Hubmann läuft an der Schweizer Nacht-Meisterschaft der Orientierungsläufer beim Zoo Zürich auf den dritten Rang.

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Daniel Hubmann Orientierungsläufer (Bild: Quelle)

Daniel Hubmann Orientierungsläufer (Bild: Quelle)

«Ich zerbreche mir nicht den Kopf»

Der Thurgauer Daniel Hubmann läuft an der Schweizer Nacht-Meisterschaft der Orientierungsläufer beim Zoo Zürich auf den dritten Rang.

Daniel Hubmann, erstmals gingen Sie an einer Schweizer Nacht- Meisterschaft in der Elitekategorie nicht als Schweizer Meister nach Hause. Sind Sie frustriert?

Der Nacht-OL ist eine meiner Erfolgsgeschichten, und in diesem Jahr hoffte ich, meinen sechsten Titel einzufahren. Aber ich war mir nach meiner Achillessehnen-Operation darüber im Klaren, dass ein Sieg eine kleine Überraschung darstellen würde. Vor diesem Hintergrund bin ich für einmal auch mit Bronze zufrieden, zumal vor mir mit Matthias Kyburz und Matthias Merz namhafte Widersacher klassiert sind. Nicht ganz zufrieden stellte mich, wie ich gelaufen bin.

Was hätte es gebraucht, um Matthias Merz und vor allem um den neuen Meister Matthias Kyburz hinter sich zu lassen?

Einen starken Daniel Hubmann, vor allem um die 3:26 Minuten Rückstand auf Kyburz wettzumachen. Ein höheres Lauftempo wäre ebenso nötig gewesen wie das Vermeiden von zwei bis drei Suchaktionen und des 45-Grad-Fehlers. Das waren ärgerliche Fehler. Insgesamt liess ich zwei Minuten liegen.

Beunruhigt Sie diese Analyse?

Nein, wenn ich vergleiche, was ich trainiert habe und was meine Widersacher trainiert haben, ist diese Ergebnisliste schier logisch. Mir fehlen etliche Trainingskilometer. Aber ich bin überzeugt, dieses Manko in ein, zwei Monaten schliessen zu können. Und was es auch noch anzufügen gilt: Dieser Wald beim Zoo Zürich war sehr laufbetont. Zum Teil hatte dies fast nichts mehr mit OL zu tun. Gerade in meiner aktuellen Situation war dies kein Vorteil für mich. Darum ist meine Leistung eigentlich erstaunlich. Offenbar kann ich bereits über eine längere Distanz mithalten. Jetzt braucht es nicht mehr viel. Ich zerbreche mir nicht den Kopf.

Was hat nun Priorität?

Schneller werden und effizienter trainieren. Die gute Ausdauerbasis aus dem Alternativtraining gilt es nun aufs Laufen umzuwälzen. Das wird gelingen, da mache ich mir keine Sorgen. Jetzt bietet sich die Zeit dazu. Es folgt eine Periode von zwei Monaten ohne bedeutende Wettkämpfe.

Sie haben betont, dass Ihr Wettkampftempo etwas Aufholpotenzial hat. Ist es nicht so, dass mit reduziertem Lauftempo die Fehleranfälligkeit sinkt?

Das scheint logisch, ist aber nicht unbedingt so. Der Unterschied ist gering, vielleicht 10 Sekunden von einem Kontrollposten zum andern. Da bleibt kaum mehr Zeit fürs Kartenstudium. Im Gegenteil, wegen des Formrückstands fühlst du dich weniger frisch, hast mehr zu leiden. Das ist schwieriger. In Topform verfügst du über mehr Zug, es geht ringer, manchmal fast automatisch. Und das beflügelt auch das Selbstvertrauen. (gg)

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