NACHFOLGER: Neue Wege gehen

Swiss Ski verpflichtet Andy Evers als neuen Trainer im Speed-Bereich. Der 49-jährige Österreicher arbeitete einst mit Benjamin Reich und Tina Weirather zusammen.

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Andy Evers war von 2012 bis 2014 als Abfahrtstrainer der Männer beim amerikanischen Skiverband tätig. (Bild: Johann Groder/KEY)

Andy Evers war von 2012 bis 2014 als Abfahrtstrainer der Männer beim amerikanischen Skiverband tätig. (Bild: Johann Groder/KEY)

Nur eine Woche nach der Entlassung von Sepp Brunner, dem illoyales Verhalten gegenüber dem Verband vorgeworfen worden war, ist mit Andy Evers der neue Verantwortliche von Swiss Ski für die Sparten Abfahrt und Super-G bekannt. Es ist ein Mann mit einer grossen Erfahrung. Evers war von 1995 bis 2012 Trainer beim österreichischen Ski­verband. Grössere Bekanntheit erlangte er Ende der Neunzigerjahre mit seiner Arbeit als Privattrainer von Hermann Maier, der wie er selber aus Flachau im Salzburgerland stammt. Später feierte er aber als Abfahrtscoach auch mit anderen österreichischen Grössen wie Benjamin Raich, Michael Walchhofer oder Klaus Kröll grosse Erfolge.

Von 2012 bis 2014 war Evers für den amerikanischen Skiverband als Abfahrtstrainer der Männer tätig. Nachdem er 2014 in seiner Heimat wegen eines Finanzvergehens verurteilt worden war, musste er beim US-Verband jedoch gehen. 24 Monate Haft, davon vier Monate unbedingt, so lautete damals das Urteil. Im Mai 2015 ermöglichte ihm der Liechtensteiner Verband schliesslich den Wiedereinstieg im Weltcup. Evers arbeitete zusammen mit Tina Weirather, die an der WM in St. Moritz Silber im Super-G gewann. Während seiner zweijährigen Arbeit für den Liechtensteiner Verband war Evers bereits in die Struktur von Swiss-Ski eingebunden. «Mit Andy Evers haben wir einen sehr erfahrenen und erfolgreichen Trainer gewinnen können», sagte der Alpin-Direktor Stéphane Cattin.

Aufgaben werden neu verteilt

Mit der Verpflichtung von Evers will Swiss-Ski auch in der Struktur des ganzen Speed-Bereichs neue Wege gehen. Im Europacup waren die Schweizer in diesem Winter so erfolgreich wie lange nicht mehr, es stossen also einige junge Athleten nach. Die Verbandsführung wünscht sich deshalb eine neue und spezifischere Betreuung für die breit aufgestellte Speedgruppe. «Das Potenzial jedes Athleten muss optimal genutzt und ein grosser Fokus auf die jeweilige individuelle Ausbildung gelegt werden», so der Alpin-Direktor.

Die Aufgaben im Speedteam werden deshalb künftig wie folgt aufgeteilt: Evers wird die Verantwortung für die Speed-Disziplinen und für die sportliche Entwicklung der arrivierten Athleten übernehmen. Dabei wird er von Jörg Roten unterstützt. Roten, langjähriger Swiss-Ski Trainer, wird neu für die Koordination aller Gruppen zuständig sein und für ideale Trainingsbedingungen sorgen. Für Cheftrainer Thomas Stauffer bedeutet diese neue Aufgabenteilung einen wichtigen Schritt für die Zukunft: «Wir haben festgestellt, dass wir die individuelle Betreuung nicht überall optimal umsetzen konnten. Ich erwarte, dass wir mit dieser Anpassung noch gezielter arbeiten und vor allem auch der jungen Garde sowie den rekonvaleszenten Athleten ein optimales und individualisiertes Betreuungspaket anbieten können.» (sda)