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Kommentar

Nach Meistertitel: YB muss der Kaderschnitt gelingen

Die Young Boys sind der verdiente Schweizer Meister. Und nur wenig spricht dagegen, dass sie auch im nächsten Jahr den Schweizer Fussball dominieren.
Raphael Gutzwiller
Raphael Gutzwiller

Raphael Gutzwiller

Und dann sind sie Meister. Die Young Boys feiern zum insgesamt 13. Mal und zum zweiten Mal in Folge den Schweizer-Meister-Titel. Dies, ohne in dieser Meisterschaftsrunde überhaupt schon im Einsatz gestanden zu sein. Weil aber der «Verfolger» Basel am Samstag gegen GC nicht gewinnen konnte, feiert YB schon vor dem heutigen Spiel in Zürich auf dem Sofa den Meistertitel.

Ähnlich emotional wie im Vorjahr ist es diesmal nicht. Damals erzielte YB gegen Luzern das 2:1 erst in der 89. inute und holte sich zum ersten Mal seit 32 Jahren endlich wieder den Titel. In diesem Jahr aber war der Meistertitel nur noch Formsache. Zu gross war der Niveauunterschied zwischen den Bernern und ihren restlichen Ligakonkurrenten. Es stellte sich nie die Frage, ob YB zum zweiten Mal in Folge den Titel gewinnen wird, nur der Zeitpunkt war noch offen. Am Ende ist es bereits nach 29  unden so weit – so früh wie noch nie. YB kann in den verbleibenden Spielen sogar noch den Punkterekord in der Super League knacken.

Hauptverantwortlich für den Höhenflug von YB ist Sportchef Christoph Spycher. Mit klugen Transfers von jungen Spielern formte er jenes Team, das wie von selbst von Erfolg zu Erfolg eilt. Daran änderte auch der Abgang von Trainer Adi Hütter zu Frankfurt im letzten Sommer nichts. Mit dem Luzerner Gerardo Seoane hat Spycher einen idealen Nachfolger verpflichtet, der das Team nochmals weiterentwickelte und flexibler gemacht hat. Wichtig für YB war zudem, dass Spycher als neuer Sportchef für die Nati abgesagt hat.

Während bei YB anscheinend alles richtig gemacht wird, läuft es dafür bei der Konkurrenz nicht. Der FC Basel, der von 2010 bis 2017 acht Meistertitel in Folge errungen hatte, machte in dieser Saison einiges falsch. Zunächst hielt man an Trainer Raphael Wicky fest, obwohl man offensichtlich nicht mehr überzeugt von ihm war. Nach nur zwei Spielen entliess man ihn dann. Nachfolger Marcel Koller übernahm, der Fehlstart war aber schon perfekt. Und unter dem routinierten Trainer konnte erst in diesem Jahr eine konstante Erfolgsserie gestartet werden – ohne aber spielerisch zu überzeugen. Zudem heisst es aus dem Basler Umfeld, dass viele Spieler, darunter etwa Nati-
stürmer Albian Ajeti, Probleme mit Koller haben. Zuletzt siegten die Basler gegen Lugano und GC nicht. Richtige Gefahr für YB sieht anders aus.

Somit können sich die Berner im Hinblick auf die neue Saison wohl vor allem nur selber schlagen. Wollen sie das derzeitige Niveau halten, muss ihnen der anstehende Kaderschnitt ideal gelingen. Captain Steve von Bergen beendet seine Karriere. Die beiden Nati-Aussenverteidiger Ivan Benito und Kevin Mbabu werden wohl gehen, selbiges gilt auch für Mittelfeldspieler Djibril Sow. Dazu kommen mögliche Abgänge von Christian Fassnacht, Roger Assalé oder Sandro Lauper.

Doch die Young Boys sind gerüstet. Bei den Aussenverteidigern etwa steht Ersatz schon im Kader. Ulisses Garcia ist schon jetzt auf ähnlichem Niveau wie Benito. Für Mbabu hat YB mit Jordan Lotomba und Leo Seydoux zwei grosse Talente, dazu kommt noch Thorsten Schick. Und der Luzerner Fabian Lustenberger, bereits von Hertha Berlin verpflichtet, soll Captain von Bergen ersetzen. Was noch fehlt, ist ein geschickter Transfer eines zentralen Mittelfeldspielers. Gesucht ist hierbei ein Kämpfer, wie es der im Winter wegtransferierte Sékou Sanogo war. Und bei Abgängen in der Offensive will man Geld in die Hand nehmen, um etwa Marvin Spielmann (Thun) oder Ruben Vargas (Luzern) zu verpflichten. Geld wäre bei Verkäufen von Mbabu (geschätzter Marktwert 10 Millionen) und Sow (9 Millionen) genügend vorhanden.

Entscheidender als die Situationen der Spieler wird bei YB sein, ob Trainer Gerardo Seoane bleibt. Durch seine Erfolge, zunächst beim FCL und vor allem jetzt bei YB, hat er das Interesse in den grossen Ligen geweckt, in Deutschland und in Spanien wird er gehandelt. Dass Seoane ehrgeizig ist und seinen Verein relativ schnell verlassen kann, sah man vor einem Jahr in Luzern. Und gegen einen Verbleib in Bern spricht, dass es mit YB viel erfolgreicher als jetzt gar nicht mehr werden kann. Ob es Spycher erneut gelänge, den Trainer so ideal wie im letzten Sommer zu ersetzen, ist fraglich. Dies könnte Basels Hoffnung darauf sein, dass YB schwächer wird.

So oder so werden die Young Boys auch in der neuen Saison der grosse Favorit auf den Schweizer-Meister-Titel sein. Zunächst aber feiern sie die gelungene Titelverteidigung.

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