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Nach Drohungen und Beleidigungen: Schwedisches Nationalteam setzt ein Zeichen

Schwedens Verteidiger Jimmy Durmaz verursachte den Freistoss, den Toni Kroos zum 2:1-Siegtreffer für Deutschland in der 95. Minute ausnutzte. Danach setzte es Drohungen und Beleidigungen gegen Durmaz und seine Familie ab. Die eindrückliche Reaktion von Durmaz und seinen Teamkollegen.
Sergio Dudli
Jimmy Durmaz nach dem Schlusspfiff im Gespräch mit dem Referee. (Bild: AP)

Jimmy Durmaz nach dem Schlusspfiff im Gespräch mit dem Referee. (Bild: AP)

Knapp 94 Minuten waren gespielt, als Jimmy Durmaz den Deutschen Timo Werner an der Kante zum Strafraum zu Fall brachte. Den anschliessenden Freistoss versenkte Real Madrids Toni Kroos im Netz. Die Deutschen gewannen die Partie 2:1, die Schweden benötigen nun wohl einen Sieg gegen Mexiko, um die Achtelfinals zu erreichen. Der Sündenbock für die Niederlage war schnell gefunden: Jimmy Durmaz.

Der Ministerpräsident meldet sich zu Wort

Unmittelbar nach Spielschluss fanden sich auf seinem Instagram-Profil zahlreiche Beleidigungen und Drohungen. Der schwedische Verbandsgeneralsekretär Hakan Sjöstrand kündigte umgehend Konsequenzen für die Verfasser der Kommentare an:

«Wir haben mehrere Fälle der Polizei übergeben. Wir dulden es nicht, dass ein Spieler Bedrohungen und Verletzungen ausgesetzt ist.»

Auch die Mitspieler stellten sich anschliessend schützen vor ihren Mitspieler, der sein Geld in der Ligue 1 bei Toulouse verdient und somit Teamkollege des Schweizer Nationalspielers François Moubandje ist. Schwedens Stürmer John Guidetti meinte beispielsweise:

«Wir gewinnen und verlieren als Mannschaft. Jimmy als Schuldigen darzustellen, ist idiotisch.»

Und sogar der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven meldete sich zu Wort. Er sagte:

«Ihn so zu beleidigen, das ist erbärmlich.»

Eine deutliche Botschaft an die Hasser

Jimmy Durmaz hielt sich vorerst bedeckt. Doch nun veröffentlichte der schwedische Verband ein Video des 29-Jährigen mit türkischen Wurzeln. Vor dem Training der Schweden versammelte sich die ganze Mannschaft vor den anwesenden Journalisten - mit Durmaz als Wortführer. Hier das Video:

Durmaz liest im Video eine Botschaft von seinem Smartphone ab, im Hintergrund sieht man viele sichtlich bewegte Teamkollegen. «Ich bin Schwede und stolz darauf, das Trikot und die Flagge zu tragen», sagt der Verteidiger mit Migrationshintergrund. Es gehöre zum Beruf des Fussballers, jeden Tag kritisiert zu werden. Doch dann findet Durmaz klare Worte für die Hasskommentare:

«Aber ein Teufel genannt zu werden oder Selbstmordattentäter sowie Beleidigungen gegen Familie und Kinder sind völlig inakzeptabel.»

Durmaz wendet sich anschliessend seinen Teamkollegen zu, die geschlossen hinter ihm stehen. Er fragt: «Wir sind Schweden, oder Jungs?» Sie antworten ihm mit «Fuck Racism» und Applaus. Stürmer Marcus Berg sagte im Anschluss:

«Mich hat das unglaublich berührt. Es gab zuletzt viel Rassismus in Schweden, es muss sich etwas ändern.»

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