Nach dem EM-Aus warnt Trainerin vor der Zukunft

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Fussball Für das Schweizer Frauen-Nationalteam endete die EM-Premiere in Holland früher als erwartet. Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde waren sich die Verantwortlichen einig. «Am Ende sind wir am Spiel gegen Österreich gescheitert», sagte Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem Unentschieden gegen Frankreich. Dass sich die Spielerinnen nach dem blamablen Auftritt gegen Österreich der Kritik stellten, ist ihnen hoch anzurechnen. Den 2:1-Sieg gegen Island verdienten sie sich mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung, dem Turnierfavoriten Frankreich boten sie Paroli. Mit ihren Auftritten weckte die Frauen-Auswahl das Interesse der Öffentlichkeit. Während der ersten Halbzeit gegen Frankreich sassen gut 400 000 Menschen vor den Fernsehern. «Die Leute haben gesehen, dass die Frauen an und über ihre Grenzen gehen, dass sie solidarisch sind und einen tollen Spirit haben», sagte Voss-Tecklenburg.

Die Schweiz befindet sich mitten im Entwicklungsprozess. Für die anstehende WM-Qualifikation wird es Veränderungen geben. Verdiente Spielerinnen wie Caroline Abbé, Martina Moser oder Vanessa Bürki werden womöglich aus dem Team ausscheiden. Voss-Tecklenburg nutzte den medialen Fokus, um einen Appell an den Verband und die Liga zu richten. «Wenn der professionelle Klubfussball in der Schweiz sich nicht dem Frauenfussball verschreibt und öffnet, dann wird es auf Dauer schwierig.» Es liege am Verband und der Liga, mehr Druck auf die Klubs auszuüben, «damit wir nicht irgendwann den anderen hinterhergucken». (sda)