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Nach dem Aus wegen der Doppelbürger-Affäre: Alex Miescher macht sich als Berater selbstständig

Der frühere Generalsekretär Alex Miescher orientiert sich nach seinem Ende beim Fussballverband neu – doch wer wird «Supermanager» der Nationalmannschaft?
Etienne Wuillemin
Nach umstrittenen Aussagen zu Doppelbürgern trat SFV-Generalsekretär Alex Miescher im vergangenen August zurück. (Laurent Gillieron/KEY)

Nach umstrittenen Aussagen zu Doppelbürgern trat SFV-Generalsekretär Alex Miescher im vergangenen August zurück. (Laurent Gillieron/KEY)

Eigentlich war der WM-Sommer für die Schweiz schon vorbei. Mit der Enttäuschung des Achtel­final-Outs gegen Schweden. Mit den Diskussionen um den Doppeladler. Doch dann löste Generalsekretär Alex Miescher mit einem Interview noch grössere Unruhen aus.

Er stellte in Frage, ob die Schweiz auch in Zukunft auf Doppelbürger setzen sollte. Und schuf damit ein Misstrauensverhältnis zwischen sich und dem Team, das eine künftige Zusammenarbeit verhinderte. Der Schweizer Fussballverband musste sich Tage später für die Aussagen entschuldigen. Miescher blieb keine andere Wahl mehr als der Rücktritt.

Miescher bietet Coachings und Beratungen an

Es waren schwierige Tage für sämtliche Beteiligten rund um das Nationalteam. Es entstand der Eindruck, ein funktionierendes Gebilde würde innert kürzester Zeit in Einzelteile zerlegt. Sportlich hat sich das Nationalteam nach den Wirren einigermassen gefangen. Und auch Miescher hat eine neue Berufung gefunden. Mittlerweile hat er sich selbstständig gemacht. Er bietet Coachings und Beratungen an.
Gerne hätten wir mit Miescher über seinen neuen Job gesprochen. Auf Anfrage schreibt Miescher indes, dass er sich nicht äussern möchte. Weder über die WM und seine Vergangenheit beim Fussballverband, noch über seine künftige Tätigkeit.

Die Strategie der Manager-Suche

Ein Blick auf seine Homepage zeigt, in welchen Bereichen der bald 51-Jährige seine langjährige Erfahrung anbieten möchte. «Ich kann Ihnen helfen, den passenden Führungsstil zu suchen, damit Sie als Person und Führungskraft erfolgreich bleiben.» Im Weiteren sind Leitsätze zu finden wie: «Es ist wichtig, seine Standpunkte zu wechseln – das gelingt in einem Team, in welchem zugehört wird und die unterschiedlichen Sichtweisen nicht nur toleriert, sondern sogar gefördert werden.» Zumindest dieser Punkt war beim Fussballverband während und nach der WM nicht gewährleistet. Derweil ist noch immer nicht klar, wer die angeregte Stelle des «Nati-Superma­nagers» antreten wird. Nach der Absage von Christoph Spycher scheint klar: Der Verband wartet den 18. Mai ab. Dann wird der Nachfolger von Peter Gilliéron als Verbandspräsident gewählt.

Georg Heitz umstimmen

Erst wenn klar ist, wer aus dem Trio Jean-François Collet, Kurt Zuppinger und Dominique Blanc den Verband künftig präsidiert, sollte sich der Fussballverband mit voller Kraft – also auch mit dem Support der wichtigsten Nationalspieler – für einen Kandidaten entscheiden und diesem die Stelle des Supermanagers schmackhaft machen.
Der valabelste Mann dafür ist ohne Zweifel Georg Heitz. Der frühere Sportdirektor des FC Basel ist ein Fachmann und hat schon eng mit den meisten Nationalspielern zusammengearbeitet. Dass er im Nachgang zur WM an der Untersuchung zu den Strukturen im Verband mitgearbeitet hat - unter anderem mit Bernhard Heusler -, ist zwar Fakt, und darum hat Heitz auch signalisiert, nicht zur Verfügung zu stehen. Wenn der Verband jedoch zum Schluss käme, Heitz ist nun Kronfavorit, müssen sämtliche Energien dafür verwendet werden, Heitz umzustimmen.
Was indes auf keinen Fall passieren darf: Dass das Profil des neuen Supermanagers plötzlich so ausgestaltet wird, dass kaufmännische Fähigkeiten genauso stark gewichtet werden wie fussballerische Kompetenz. Doch genau diese Gefahr droht.

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