Nach dem 9:0 folgt die Bewährungsprobe

St. Gallen hat sich mit dem 9:0 beim 3.-Liga-Club Hausen am Albis souverän für die nächste Cup-Runde qualifiziert. Dabei machten auch Nachwuchsspieler auf sich aufmerksam. Verletzt passen musste Stürmer Albert Bunjaku. Am Sonntag gegen die Grasshoppers sollte der Captain wieder einsatzfähig sein.

Patricia Loher
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FUSSBALL. Seit Jeff Saibene in St. Gallen Trainer ist, hat sich die Mannschaft in der ersten Cup-Hauptrunde stets souverän durchgesetzt. Den Ostschweizern drohten nie mehr Peinlichkeiten wie 2005 in Küssnacht am Rigi oder Verlängerungen wie in Bazenheid, Giubiasco und Flawil. Das 9:0 am Samstag beim 3.-Liga-Club Hausen am Albis in einer wunderbaren Atmosphäre war für Saibene der deutlichste Sieg zum Auftakt eines Cup-Wettbewerbes seit seiner Amtsübernahme im März 2011. Allerdings traf St. Gallen unter dem Luxemburger in der ersten Runde zum ersten Mal auf ein Team aus der 3. Liga. So liess es der Trainer hinterher auch nicht zu, dass das standesgemässe Resultat überbewertet wurde. «Es ist normal, dass bei einem Team aus der dritten Liga irgendwann die Kräfte nachlassen und dann Tore fallen», sagte Saibene. Trotz fast permanentem Ballbesitz hatte ihm am Auftritt seiner Mannschaft nicht alles gepasst, vor allem nach der ersten Halbzeit bemängelte der 46-Jährige die fehlende Qualität im Passspiel.

Ein Training, zwei Tore

Im Vergleich mit dem 1:0-Sieg am Mittwoch in Luzern hatte Saibene die Mannschaft auf fast allen Positionen umgestellt. Nur Marco Mathys und Alain Wiss spielten erneut von Beginn an. Sie beide gehörten am Albis zu den St. Galler Leistungsträgern. Gut traten aber auch die jungen Spieler auf. Nebst Michael Scherrer im defensiven Mittelfeld, der für St. Gallen erstmals einen Ernstkampf bestritt, machten auch Innenverteidiger Michael Eisenring und nach seiner Einwechslung in der 59. Minute der 19jährige Andreas Qerfozi auf sich aufmerksam. Der in Bronschhofen aufgewachsene Stürmer erzielte in der 67. Minute das 4:0 und sieben Minuten vor Spielende das 9:0. Qerfozi war vor wenigen Wochen vom FC Frauenfeld in die St. Galler Nachwuchsabteilung gewechselt. In der Promotion League hatte er für St. Gallen II erst zwei Partien bestritten, ehe er mit der ersten Mannschaft ein Training absolvierte und aufgrund Albert Bunjakus Verletzung gleich für das Cupspiel nominiert wurde. Qerfozi hat für Frauenfeld in der vergangenen Saison in der 2. Liga interregional in 24 Einsätzen 24 Tore erzielt. «Die jungen Spieler haben ihre Sache gut gemacht», sagte Saibene. Ebenfalls zwei Tore gelangen Neuzugang Sandro Gotal.

Bunjaku mit Nasenbeinbruch

Verletzt passen musste Captain Bunjaku, der sich am Mittwoch in Luzern bei einem Zusammenstoss einen Nasenbeinbruch zugezogen hat und operiert werden musste. Everton war gesperrt, andere wie Dejan Janjatovic, Daniel Dziwniel, Geoffrey Tréand oder Mario Mutsch wurden wegen Blessuren geschont. Saibene hofft, dass sie alle, auch Bunjaku, am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen die zweitklassierten Grasshoppers einsatzfähig sein werden.

Das Spiel gegen die Zürcher wird für die St. Galler zu einer Bewährungsprobe. Der beste Angriff trifft auf die beste Abwehr der Liga, der bis anhin am wenigsten erfolgreiche Sturm trifft auf die zweitschlechteste Abwehr. St. Gallen hat in der Super League in fünf Spielen erst vier Tore erzielt. Vielleicht wird das Cupspiel helfen, den Knoten zu lösen.