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European Championships mit über 4500 Athleten feiert Premiere

In sieben Sportarten geht es vom 2. bis 12. August um EM-Medaillen – und auch um die Gunst von Zuschauern, Sponsoren und Medien. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Grossevent
Andreas Frank (SID) und Christian Finkbeiner (SDA)
Ruderin Jeannine Gmelin gehört zu den Schweizer Medaillenkandidaten. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 13. Juli 2018)

Ruderin Jeannine Gmelin gehört zu den Schweizer Medaillenkandidaten. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 13. Juli 2018)

Bei den ersten European Championships werden in sieben Sportarten und 13 Disziplinen vom 2. bis 12. August in Glasgow und Berlin EM-Medaillen verteilt. Während die Leichtathleten ihre Europameisterschaften ab dem 6. August im Berliner Olympiastadion austragen, kämpfen die Athleten in den Disziplinen Schwimmen, Kunstturnen, Rad/Mountainbike, Rudern, Triathlon und Golf in Glasgow, Edinburgh und Gleneagles um europäische Meriten. Mehr als 4500 Athleten aus 52 Ländern werden am Start sein.

Fragen und Antworten zum Grossevent.

Warum gibt es diese neue Veranstaltung?

Bislang kämpften die genannten Sportarten jeweils einzeln um Zuschauer, Sponsoren und mediale Aufmerksamkeit. Das soll durch ein einheitliches Erscheinungsbild und aufeinander abgestimmte Zeitpläne der sieben Sportarten einfacher werden. Die European Championships sollen dazu beitragen, das sinkende Interesse an den einzelnen Sportarten wieder zu erhöhen. «Wir wollen einen Sportanlass schaffen, der die Europameister aufwertet und den die Zuschauer unbedingt in den Medien und vor Ort verfolgen wollen», sagte der Geschäftsführer der European Championships, der Schweizer Marc Jörg. «Das Ganze ist grösser als die Summe der Teile.»

Die Planungen der Fernsehsender zeigen, dass der Multi-event zu wesentlich mehr Übetragungsstunden mit weit höherer Reichweite und rund 1,3 Milliarden potenziellen Fernsehzuschauern führt. Vorgesehen sind über 2800 Sendestunden in 43 europäischen Ländern. Das Schweizer Radio und Fernsehen wird während zehn Wettkampftagen insgesamt rund 90 Stunden übertragen. Wird das Ganze ein Erfolg, dürften 2022 noch mehr Sportarten gleichzeitig zur Austragung kommen.

Zuschauer erhalten am ersten Tag der Leichtathletik-EM freien Eintritt ins Olympiastadion. Die Tickets für die Abendsession am Montag (6. August), in der nur Qualifikationen auf dem Programm stehen, sollen kostenlos abgesetzt werden.

Wer hatte die Idee?

Die befreundeten Marketing-Experten Marc Jörg und Paul Bristow waren jahrelang auf der Suche nach einem Projekt, wie andere Sportarten aus dem Schatten von «König» Fussball treten können. Als ihr Konzept stand, gründeten sie das European Championships Management, sie putzten bei den Verbänden Klinken, holten das Fernsehen an Bord und fanden mit Berlin und Glasgow zwei Ausrichterstädte.

Wie sieht das genaue Konzept aus?

Es ist angelehnt an die erfolgreichen TV-Konferenzsendungen, die man aus den Wintermonaten kennt. Statt zwischen Bob, Eiskunstlauf und Nordischer Kombination wird nun beispielsweise zwischen Rudern, Kunstturnen und Radsport hin und her geschaltet. Auch Parallelen zu Olympia sind erkennbar, so gibt es auch einen übergeordneten Nationen-Medaillenspiegel.

Was hält das Internationale Olympische Komitee (IOC) von diesem Projekt?

Das IOC will sich zu dieser neuen Veranstaltung nicht äussern und verweist auf das European Olympic Committee (EOC), welches Veranstalter der European Games ist.

Ist eine internationale Fortsetzung geplant?

Bewerbungen für eine zweite Auflage 2022 liegen bereits vor. Man will aber den Verlauf der Premierenveranstaltung abwarten.

Gibt es bereits Nachahmer?

Ja, in Deutschland startet im kommenden Jahr ein ähnliches Format. Am 3./4. August 2019 werden in Berlin an einem Wochenende zehn verschiedene deutsche Meisterschaften ausgetragen, grossflächig von ARD und ZDF übertragen.

Vor drei Jahren fanden auf Initiative des Europäischen Olympischen Komitees (EOC) erstmals die European Games in Baku statt. Was war das genau, und wird dieser Event eine Neuauflage erfahren?

Die Europaspiele sind eine vom EOC kreierte kontinentale Veranstaltung, ähnlich den Asienspielen oder den Panamerikanischen Spielen. Sie vereinte 2015 6000 Athleten aus 23 Sportarten, die wie bei Olympia gemeinsam untergebracht wurden. Vom 21. bis 30. Juni 2019 ist Minsk Schauplatz der zweiten Europaspiele.

Das sind die Schweizer Trümpfe

Medaillenhoffnungen  Während Swiss Athletics in Berlin mit den Trümpfen Mujinga Kambundji, Lea Sprunger, Alex Wilson und der 4×100-m-Staffel der Frauen aufwartet, stehen in Schottland mehr als ein Dutzend Schweizer Kandidaten im Einsatz, die für eine Topklassierung in Frage kommen.

Im Schwimmen gilt der Genfer Jérémy Desplanches als grösster Hoffnungsträger. Der in Nizza lebende WM-Finalist von 2017 über 200 m Lagen gehört zu den Medaillenkandidaten. Spitzenklassierungen werden auch Maria Ugolkova, Niels Liess und Yannick Käser zugetraut. Im Wasserspringen geht Michelle Heimberg an den Start. Kann die 18-jährige Aargauerin ihren Coup vom letzten Jahr wiederholen, als sie mit Silber die erste Schweizer EM-Medaille im Wasserspringen holte? Im Triathlon und im Mountainbike bürgen die Namen Nicola Spirig und Jolanda Neff für Qualität und Erfolg. Spirig, die Olympiasiegerin von 2012 und -zweite von 2016, führt das fünfköpfige Triathlonteam an. Die Mountainbikerin Neff gehört zu den Mitfavoritinnen auf den Titel. Auch die Männer rechnen sich trotz des Verzichts von Olympiasieger Nino Schurter, der sich vollumfänglich auf die WM Anfang September in Lenzerheide konzentriert, Chancen aus.

Grosse Erwartungen an die Ruderer

Von den Ruderern werden Medaillen schon beinahe erwartet. Jeannine Gmelin, der Luzerner Roman Röösli (beide Einer), Frédérique Rol und die Zugerin Patricia Merz (Leichtgewichtsdoppelzweier), der Luzerner Michael Schmid (Leichtgewichtseiner) sowie Barnabé Delarze und Nico Stahlberg (Doppelzweier) sind alle für eine Medaille gut. Im Rad gehört Stefan Küng im Zeitfahren zu den Anwärtern auf einen Spitzenplatz, im Strassenrennen zum Abschluss der Titelkämpfe wird die Schweizer Equipe von Michael Albasini angeführt. Auf der Bahn darf man unter anderem gespannt auf den Vierer sein, im BMX kann David Graf in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Einzig im Open-Water-Schwimmen und im Golf sind keine Schweizer Athleten am Start. Neben dem Teamwettkampf beider Geschlechter wird im Golf auch ein Mixed-Wettkampf ausgetragen. Die Events finden auf dem berühmten Golfplatz in Gleneagles, Austragungsort des Ryder Cups 2014, knapp 80 Kilometer nordöstlich von Glasgow statt. (sda)

Programm

In Berlin: Leichtathletik (6. bis 12. 8.)

In Schottland (Glasgow, Edinburgh und Gleneagles):

Schwimmen (3. bis 9. 8.)
Synchronschwimmen (3. bis 7. 8.)
Open Water (8. bis 12. 8.)
Kunstturnen Frauen und Juniorinnen (2. bis 5. 8.)
Kunstturnen Männer und Junioren (9. bis 12. 8.)
Rudern (2. bis 5. 8.)
Rad Bahn (2. bis 7. 8.)
Rad Strasse (5./8./12. 8.)
Mountainbike (7. 8.)
BMX (10./11. 8.)
Triathlon (9. bis 11. 8.)
Wasserspringen (6. bis 12. 8.)
Golf (8. bis 12. 8.)

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